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FondSchlägl, Prämonstratenser (1204-1600)
  1. Stiftsgeschichte
  2. Das Kloster Schlägl war ursprünglich als Cisterce gegründet worden. Sie wurde ins Leben gerufen durch den bedeutenden Passauer Bischof Wolfger von Erla (1191-1204), der seinen Ministerialen Chalhoch von Falkenstein mit der Durchführung beauftragte; für dieses zweifellos große und riskante Projekt konnten Mönche aus dem Zisterzienserkloster Langheim in Franken gewonnen werden, die sich für diese Besiedlung bereit erklärten.

    Über die Cisterce Slage wissen wir nicht allzuviel. Sie trat 1204 und 1209 urkundlich in Erscheinung und existierte nur siebeneinhalb Jahre. Daraus ergibt sich, daß sie im Sommer 1202 oder 1203 entstanden und im Winter 1209/10 oder 1210/11 erloschen sein muß.

    Die Lage der kurzlebigen Cisterce ist letztlich nicht geklärt. Manche Forscher möchten sie in Ödenkirchen, Pfarre Ulrichsberg, ansetzen; wahrscheinlicher dürfte es sein, sie bei Minihof zwischen den Pfarrorten Aigen und St. Oswald bei Haslach zu lokalisieren. Auch das "Siechhaus" in der Nähe von Haichenbach an der Donau könnte "Slage" gewesen sein. Zur Klärung dieser Frage müßten erst noch umfangreiche Arbeiten sowohl archivalischer wie auch archäologischer Art eingeleitet und zum Abschluß gebracht werden; beides erscheint derzeit nicht durchführbar.

    Das Motiv der Gründung, sicherlich primär religiöser Art, dürfte jedoch auch in handfesten Interessen gelegen haben. Man vermutet, daß sich der Gründer durch eine Klosterstiftung von der Verpflichtung, am Kreuzzug (1197/99 [4. K.] und 1217/21 [5. K.]) teilnehmen zu müssen, gleichsam freigekauft hat; ähnlich soll es sich bei Hroznata, dem Gründer von Tepl, verhalten haben.

    Es wurde schon darauf hingewiesen, daß die damaligen Bischöfe von Passau Wolfger (1191-1204) und Manegold (1206-1215) einen beachtlichen, wenn nicht den entscheidenden Einfluß bei der Gründung und Ausstattung von Slage gespielt haben; eigentlich waren sie die treibende Kraft dieses Unternehmens. Es liegt auf der Hand, daß der Bischof als Haupt des Hochstiftes Passau seit ca. 1191 die allergrößten Anstrengungen unternahm, das "Land der Abtei" zu kultivieren und für das neuerschlossene Rodungsland Siedler zu gewinnen. Dazu bediente er sich der freien Geschlechter wie der Ministerialen seines Distriktes.

    Die Aufgabe der Cisterce Slage mußte für den Klostergründer Chalhoch von Falkenstein wie für den Bischof von Passau, nunmehr bereits Manegold von Berg (1206-1215), gleichermaßen als Blamage empfunden worden sein. Deshalb bemühte man sich, die Gründung doch noch zu retten, und es gelang, Prämonstratenser zur Übernahme von Slage zu bewegen.

    Diese übernahmen aber nicht das mißglückte Slage, sondern siedelten an einer anderen, klimatisch günstigeren Stelle an der Großen Mühl, im heutigen Schlägl. Es kann nicht verschwiegen werden, daß die erste Gründung viel zu schwach und dürftig dotiert war; deshalb stattete man die neue Gründung der Prämonstratenser mit mehr Grundbesitz aus: Es dürfte sich dabei um den Landstrich zwischen dem Bannzaunbach und dem Wurmbranderbach am linken Ufer der Großen Mühl gehandelt haben mit den zwei Dörfern Baureith und Rudolfing und ihren Untertanen.

    Woher die ersten Prämonstratenser gekommen seien, bildete über Jahrhunderte den Kern heftiger Auseinandersetzungen; heule ist es nur noch eine historische Frage, ob die ersten Prämonstratenser aus Mühlhausen in Böhmen (Milewsko) oder aus Osterhofen an der Donau, Diözese Passau, gekommen waren. Die Gründungen der böhmischen Stifte waren alle von Anfang an Abteien - Schlägl war eine Propstei. In den Annalen von Mühlhausen kann tue Gründung Schlägls nicht erwähnt sein, da Abt Gerlach (1187-1227) - ein Klassiker der Chronistik seine Chronik nur von 1167 bis 1198 führte.

    Als Vermittler zwischen dem verwaisten Slage und den Prämonstratensern müssen wir die Intervention des Bischof von Passau postulieren: Dieser - ob Manegold (1206-1215) oder erst Ulrich (1215-1221), tut nichts zur Sache - konnte schon aus verkehrstechnischen Gründen viel leichter Kontakt knüpfen zu den Klöstern am hin und an der Donau als zu denen jenseits des noch weitgehend unbesiedelten und nur von Handelswegen durchzogenen Böhmerwaldes.

    In den Annalen des Stiftes Osterhofen, Bayern, wird zum Jahr 1220 angemerkt, der Orden der Prämonstratenser hätte das Kloster Schlägl übernommen (nicht gegründet) . Deshalb zählen die ältesten Ordenskataloge Schlägl - Plaga zum Bayerischen Ordensverband, erst nach 1250 wird unser Stift zur böhmischen Ordensprovinz, (ab 1320 Zirkarie genannt), gerechnet.

    Aus diesen angedeuteten Gründen und Indizien scheint doch wohl klar zu sein: Mit größerer Wahrscheinlichkeit geht die Besiedlung Schlägls mit Chorherren auf Osterhofen und nicht auf Mühlhausen zurück.

    Kann nicht eine gründliche Analyse der Urkunden hier Klarheit verschaffen? Das hat schon Evermod Hager versucht, doch scheitert diese Frage an der Tatsache, daß die entscheidenden Urkunden im Original längst verschollen sind und wir nur noch unzuverlässige und teilweise auch manipulierte Abschriften zur Verfügung haben.

  3. Bestandsgeschichte
  4. Zur Vorgeschichte des Urkundenbuches (UB)

    Wer sich bisher mit der ältesten Geschichte des Stiftes und damit auch mit den Urkunden zu beschäftigen hatte, der konnte in dem 1963 fertiggestellten Regestenwerk "Stiftsarchiv Schlägl, I. Band, Die Urkunden. Linz 1963" ein verläßliches Arbeitsinstrument verwenden. Doch auch das beste Regest kann die Einsicht in den vollständigen Urkundentext nicht ersetzen. Der soeben erwähnte Regesten-Band wurde von Georg Grüll unter der geistigen Oberleitung von Dr. Othmar Hageneder erstellt und am 18. September 1963 abgeschlossen.

    Wer sich vor dem Jahr 1963 mit den Schlägler Urkunden befassen wollte, der konnte sich neben den wenigen gedruckten Diplomen im oberösterreichischen Urkundenbuch (und in ähnlichen Editionen böhmischer und bayerischer Provenienz) eigentlich nur auf die beiden Kopialbücher stützen, die Propst Wenzeslaus Zypser 1593 und 1597 teils selbst sein ich und teils abschreiben ließ. Nach über 400 Jahren also ein neuer Versuch, die eigenen Urkunden in einer verläßlichen Abschrift vorzulegen!

    Aber nicht erst durch das Profeßbuch ist dem Bearbeiter die Notwendigkeit einer Urkundensammlung in Buchform klargeworden. Bereits vor Jahren versuchte er den damaligen Archivar Dr. Friedrich Reischl von der Nützlichkeit eines solchen Unternehmens zu überzeugen. Als dieser jedoch keine Möglichkeit zur Verwirklichung erkennen ließ, hielt er bei den Beamten des o. ö. Landesarchivs Umschau, und es gelang ihm, Herrn Dr. Klaus Rumpler für dieses Projekt zu interessieren, der auch spontan zusagte. Dieser begann sogleich mit den Arbeiten: Er ließ sich die Schlägler Urkunden der Reihe nach ins Landesarchiv bringen, wo er sie transkribierte und so die noch nicht gedruckten Urkunden in diplomatisch getreuer Abschrift erstellte. Diese Entlehnungen zogen sich vom 25. Jänner 1979 bis zum 21. April 1982 hin und erfaßten die Schlägler Urkunden Nr. 1 bis 200 (von 1218 bis 1445). Doch dann sah sich Dr. Rumpler aus Gründen der Arbeitsüberlastung gezwungen, die Aktivitäten an diesem verheißungsvoll begonnenen Vorhaben zu unterbrechen.

    Unabhängig von diesen Bestrebungen hat sich der verdiente Verfasser des ersten Schlägler Stiftsführers. Dr. Walter Luger (1913-1999), mit unseren Urkunden auseinandergesetzt. Als angehender Akademiker schrieb er die Dissertation "Die Geschichte des Prämonstratenser-Stiftes Schlägl im Mühlviertel von den Anfängen bis zum Jahre 1400" und orientierte sich nicht an den bisherigen Darstellungen, sondern an den Urkunden selbst. So war das Interesse geweckt, und in den Jahren vor 1980 griff er von neuem zu diesen Urkunden, um einen Teil derselben ins Deutsche zu übertragen. Nach Abschluß der Arbeit, die ausgewählte Urkunden von 1218 bis 1480 enthält, widmete Dr. Luger die Blätter dem Landesarchiv, von wo sie der Bearbeiter dieser Zeilen in Photokopie für das Stiftsarchiv gewinnen konnte, selbstverständlich mit Erlaubnis des Übersetzers. Da diese Übersetzung aber doch nicht ganz den Erwartungen entsprach, die man heute von einer Übersetzung erwarten darf, mußte von einer Publikation Abstand genommen werden. Der Bearbeiter kann sein Werk nicht abschließen, ohne vielfachen Dank auszudrücken: Dieser Dank gilt vor allen den Beamten des oberösterreichischen Landesarchivs, Linz, unter den Direktoren Hofrat Dr. Alois Zauner und Hofrat Dr. Siegfried Haider; den Ordinariatsarchiven Linz und Passau, besonders H. Prof. Dr. Rudolf Zinnhobler und Dr. Heribert Wurster; in Bayern war H. Kreisarchivpfleger Paul Praxl, Freyung, in vielen Punkten behilflich; in Böhmen waren es die Beamten vom Staatsarchiv Krumau (Cesky Krumlov), besonders H. Dr. Jiri Zaloha und Frau Mag. Anna Kubikova, die eine große Hilfe bedeuteten; ein besonderer Dank gilt H. Dr. Karel Dolisla, Prag, dessen "Editiones textuum" in den Analecta Praemonstratensia geradezu ein Vorbild für diese Arbeit geworden sind. Ihnen, aber auch vielen ungenannten Personen, sei auch an dieser Stelle nochmals herzlichst gedankt.

    Bei den wenigen Anmerkungen und Kommentaren dieser Edition bemüht sich der Verfasser um eine einfache und leicht lesbare Sprache; deshalb sind "wissenschaftliche" Ausdrücke nur dann zu finden, wenn es unvermeidlich erscheint; besonders überflüssige Sprachgebilde (z.B. "Prosopographie") werden nur dann geduldet, wenn es die "veritas citationis" verlangt. Als Ideal gilt mir immer noch Altbischof Dr. Reinhold Stecher, Innsbruck, mit seiner unvergleichlich einfachen und gehaltvollen Sprache.

    Die Festlegung des Zeitraumes der Urkunden von den Anfängen (1204) bis zum Jahre 1600 erfolgte nach längeren Überlegungen. Während das UBLOE mit dem Jahr 1400 seine Edition einstellte, führen andere Urkundenbücher ihre Dokumentation meist noch bis zum Jahr 1500 weiter. Die Festlegung auf das Jahr 1600 ergab sich vor allem aus der Tatsache, daß in unserem Stift das "Mittelalter" erst mit dem Ende der Reformationswirren wirklich zu Ende gegangen war, sodaß sich das erwähnte Jahr geradezu anbot.

    Den Schriftsatz besorgte in den ersten Jahren Frau Elisabeth Eisner (1953-1998); nach ihrem allzufrüh erfolgten Ableben mußte sich der Verfasser selbst mit den Tücken der EDV befassen, und konnte dies nur, weil ihm die jungen Mitbrüder H. Jakob, H. Johannes, H. Paulus, H. Petrus, H. Vinzenz u. a. hilfreiche Assistenz leisteten; ihnen sei auch an dieser Stelle der herzlichste Dank zum Ausdruck gebracht.

    Der Stoßseufzer des Kohelet (12,12), es nehme keine Ende mit dem Bücherschreiben, soll auch den Schluß dieser Zeilen und dieses Buches bilden.

    Schlägl-Kleinzell, im Juli 2003.

    Zur Anlage des Schlägler Urkundenbuches (= UB)

    • 1) Neben den eigentlichen Schlägler Urkunden, die also "körperlich" im Stiftsarchiv vorliegen und die im Regestenband von Grüll/Hageneder verzeichnet sind, bringt das vorliegende UB auch Dokumente aus anderen Archiven, wenn sie von besonderer Wichtigkeil für die Geschichte unseres Stiftes und unserer Alt-Pfarren (Aigen, Haslach, Rohrbach, St. Oswald b. H., Schwarzenberg, Ulrichsberg in Österreich; Friedberg und Kirchschlag in Böhmen) sind.
    • 2) Wie im Untertitel bereits gesagt, will das UB nicht nur rechtsgeschichtliche Dokumente bringen, sondern auch solche chronistischen und erzählenden Inhaltes. Deshalb werden auch die Grabsteine bis zum Jahr 1400 als "Urkunden" angesprochen (Motto: "Saxa loquuntur" Lk 19,40, Hab 2,11). Ein Vorbild dafür ist der von der tschechischen Akademie der Wissenschaften bearbeitete "Codex Diplomaticus et Epistolaris Regni Bohemiae."
    • 3) Die Darbietung der Urkunden im vorliegenden UB erfolgt nach folgender Art:
      a) Die laufende Nummer dient der Aufzählung in dieser Edition.
      b) Es folgten Ort und Datum der Ausstellung. Der besseren Lesbarkeit wegen folgt das Datum in der heute üblichen Art: Tag - Monat - Jahr. Wenn möglich, wird auch der Wochentag angeführt.
      c) Als nächstes folgt das Regest: Dieses lehnt sich eng an das Regestenwerk von Grüll-Hageneder an und korrigiert dieses nur dann, wenn es zur Ergänzung des Inhaltes nützlich ist. Bei den aus anderen Archiven gezogenen Dokumenten wird das Regest frei formuliert, wobei nach Möglichkeit der gesamte Inhalt der Urkunde mitgeteilt werden soll.
      d) Nun folgt der eigentliche Urkundentext. Hier ist das Ideal, einen verläßlichen Text in diplomatisch (buchstabenmäßig) getreuer Übertragung zu bieten. Abkürzungen werden stillschweigend aufgelöst. Falls bereits eine gedruckte Übersetzung existiert, wird diese verzeichnet.
      e) In den Anmerkungen, mit arabischen Zahlen numeriert, sollen alle vorkommenden Orts- und Personennamen möglichst vollständig dokumentiert und einzelne Inhalte aufgelistet werden.
      f) Dann soll die Frage nach dem Original beantwortet werden. Soweit durchführbar, werden Standort und Signatur der Urkunde (oder einer verläßlichen Abschrift) möglichst genau verzeichnet. Bei den Urkunden aus dem eigenen Stiftsarchiv Werden Material (Pergament, Papier) und Abmessungen (in Millimeter), und Sowohl die Siegel wie auch die Beschriftung der Rückseile genau notiert.
      g) Die Rubrik Druck will angeben, ob die Urkunde bereits in einem der gedruckten Urkundenbücher publiziert wurde. Dabei wird in Klammern das Erscheinungsjahr ausdrücklich genannt.
      h) Schließlich wird unter Literatur verzeichnet, wann und wo die vorstehende Urkunde bereits in historischen Darlegungen verarbeite) und dem Inhalt nach wiedergegeben wurde. Die Zitierung eines Werkes besagt nicht, daß der Bearbeiter mit der Deutung im erwähnten Buch oder Aufsatz inhaltlich einverstanden sein muß.
    • 4) Dieses Werk will jede Urkunde möglichst buchstabengetreu wiedergeben (nicht einen geglätteten Text bieten), allerdings mit folgenden Ausnahmen: Großschreibung erfolgt bei Personen-, Orts- und Hoheitsnamen (Dominus, wenn es für Christus steht); die Endungen werden stillschweigend aufgelöst (hier muß der Bearbeiter allerdings eingestehen, daß er in manchen Partien im spätmittelalterlichen Latein wohl nicht immer die richtige Endung gefunden hat).
    • 5) Zum Verständnis der mittelhoch- und frühneuhochdeutschen Texte ist es nützlich, die Wörter phonetisch zu lesen: Die Vokale a, e, i und o sind in etwa wie in der heutigen Sprache zu lesen; das u ist jedoch häufig wie f zu sprechen. Im Lateinischen werden u und v nicht "normalisiert", sondern SO geschrieben, wie sie im Original stehen; "vniuersi" wird also nicht in "universi" umgedeutet. Beim hochgestellten kleinen e (ae, ie, oe, ue) ist nicht eindeutig gesagt, ob es sich beim jeweiligen Wort um einen Umlaut oder um einen Diphthong handelt; hier kann nur im einzelnen Fall eine Deutung versucht werden.
    • 6) Auf eine Besonderheit des Stiftsarchivs ist noch hinzuweisen: In unseren Beständen finden sich eine Reihe von Dokumenten, die mit Schlägl und seinen Pfarreien direkt nichts zu tun haben. Wie konnten diese Urkunden in unseren Besitz gelangen? Man hat den Eindruck, daß bereits im mittelalterlichen Schlägl beim Kauf eines Objektes (Areals oder Hauses) darauf Bedacht genommen wurde, die früheren Kauf- und Verkaufsverträge möglichst lückenlos an sich zu ziehen; so finden wir Verträge über die Vorbesitzer unserer Weinberge und unserer Häuser; besonders üppig ging es beim Kauf des Hauses in der Linzer Vorstadt zu: Hier haben wir die Dokumente seit dem Jahr 1520 im Original vorliegen, während zitierte Dokumente sogar bis ins Jahr 1466 zurückreichen; die Übergabe der Originale wie auch ein Verzeichnis derselben ist nach dem 2X. April 1627 an die "statt canzley" (Linz) und später an das Stift Schlägl erfolgt: Vgl. Linzer Regesten, Band V. (Schlägl), Linz 1956,431'. Nr. 85. Das Interesse an den Original-Dokumenten kann wohl als eine frühe Form des "Historismus" angesehen werden. - Im Register werden diese Urkunden unter dem Stichwort "nihil ad nos" (so der Dorsalvermerk in den Urkunden 240, 248, 284 und 295) aufgelistet.
    • 7) Die Frage des Philippus an den Kämmerer der Königin von Äthiopien: "Verstehst du auch, was du liest?" (Apg 8,30) ist auch in diesem Buch absolut berechtigt und kann vom Bearbeiter nicht in jedem Fall mit einem klaren ja beantwortet werden; wie man in den heutigen Gesetzestexten nicht alles begreifen kann, so empfinde ich es nicht als große Schande, daß man auch bei den mittelalterlichen Texten (weder bei den lateinischen noch bei den mittel- oder frühneuhochdeutschen) nicht alle Details durchschauen kann; hoffentlich kann es der Leser und Benutzer des Werkes, dann wäre der Bearbeiter schon reichlich getröstet.
    • 8) Die erste Fassung dieses UB wurde im August 2002 als Manuskriptdruck in Kleinstauflage herausgebracht, und sie war nur dazu bestimmt, sie einigen Fachkollegen mit der Bitte um Ergänzungen und Korrekturen vorzulegen. Diese sind dankenswerter Weise eingelangt, und sie konnten (fast alle) berücksichtigt werden, Für ausführliche Stellungnahmen seien ausdrücklich bedankt: H. Dr. Herbert W. Wurster, Passau (6.9.02), H. Dr. Johannes Ebner, Linz (18.9.02), H. Paul Praxi, Waldkirchen (15.10.02), H. Dr. Ulrich G. Leinsle. Regensburg (31.1.03) und H. Dr. Karel Dolista, Prag (26.2.03)

    Kleinzell-Schlägl, im Jahr des Herrn 2003.

  5. Benützte Editionen/Regestenwerke
  6. Isfried H. PICHLER, Urkundenbuch des Stiftes Schlägl. Die Rechts- und Geschichtsquellen der Cisterce Slage und des Prämonstratenserchorherrenstiftes Schlägl von den Anfängen bis zum Jahr 1600 (Aigen i. M., 2003)

  7. Editionskritik
  8. Das Urkundenbuch des nunmehrigen Prämonstratenserchorherrenstiftes Schlägl ist erst vor wenigen Jahren erschienen. Als Vorbild führt der Bearbeiter den "Codex Diplomaticus et Epistolaris Regni Bohemiae" an. Ausgehend von zahlreichen Vorarbeiten und unter Berücksichtigung der kopialen Überlieferung - unter Propst Wenzeslaus Zypser wurden 1593 und 1597 zwei Kopialbücher angelegt - sollen die im Stiftsarchiv Schlägl selbst, aber auch in anderen Archiven aufbewahrten Urkunden im Volltext verfügbar gemacht werden. Überdies wurden auch chronikale und erzählende Dokumente - das beinhaltet auch Grabsteine - in das "Urkundenbuch" aufgenommen. "Bei den wenigen Anmerkungen und Kommentaren dieser Edition bemüht sich der Verfasser um eine einfache und leicht lesbare Sprache; deshalb sind ‚wissenschaftliche’ Ausdrücke nur dann zu finden, wenn es unvermeidlich erscheint; [...]." Die einzelnen Stücke sind in chronologischer Reihenfolge mit fortlaufender Nummerierung aufgeführt, Datum und Ausstellungsort der einzelnen Stücke sind nach dem Schema Ort, Tag - Monat - Jahr, mit Angabe des Wochentags, angeführt. Jedes Stück verfügt über ein kurzes Kopfregest. Die inhaltliche Deutung bleibt weitgehend dem Leser überlassen. Das Urkunden-Buch verfügt über ein alphabetisches Personen- und Ortsregister, das die Benutzbarkeit für spezielle Fragestellungen erleichtert.

    Der Urkundentext wird möglichst buchstabengetreu wiedergegeben. Sowohl u und v als auch i und j werden nicht nach dem Lautwert normalisiert und übergeschriebene Buchstaben, z.B. F, bleiben stehen. "Dann soll die Frage nach dem Original beantwortet werden. Soweit durchführbar, werden Standort und Signatur der Urkunde (oder einer verläßlichen Abschrift) möglichst genau verzeichnet. Bei den Urkunden aus dem eigenen Stiftsarchiv werden Material (Pergament, Papier) und Abmessungen (in Millimeter), und sowohl die Siegel wie auch die Beschriftung der Rückseite genau notiert." Bei den in fremden Archiven liegenden Stücken fehlen diese Angaben, vor allem was die Siegelbeschreibung und die Rückvermerke betrifft, jedoch.

    Das Urkundenbuch bietet wichtige Informationen einerseits zur äußeren Gestalt der einzelnen Urkunden, andererseits verfügen die Stücke zumeist auch über einen Sachapparat.

Kathrin Kininger