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Charter: Illuminierte Urkunden 1433-08-08_Zamrsk
Signature: 1433-08-08_Zamrsk
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1433-08-08, Rom
Kaiser Sigismund erhebt (facimus, creamus, erigimus, nobilitamus, attollamus et auctoritate imperiali gratiosius insignimus) mit wohlbedachtem Mut, rechtem Wissen und gutem Rat seiner und des Heiligen Römischen Reiches Fürsten, Grafen, Freiherren, Edlen und Getreuen und aus ksl.er Machtvollkommenheit (de […] imperialis plenitudine potestatis) den ansehnlichen Ritter Matthias Schlick, seinen Rat, und dessen Bruder, Magister Heinrich, seinen Sekretär (spectabilibus Matheo Slick consiliario militi et magistro Henrico Slick fratri suo, secretario nostro), in Ansehung von deren Umsicht, Eifer und ständiger Treue, die sie ihm stets erwiesen haben und in der Zukunft noch erweisen sollen, sowie auch ihre legitimen männlichen Erben, die in der Grammatik ausreichend ausgebildet sein werden (in litteratura sufficienter instructos), zu lateranensischen Pfalzgrafen (sacri Lateranensis palacii auleque nostre imperialis consistorii comites).
[1.] Er, Sigismund legt fest (decernentes et hoc imperiali statuentes edicto), dass Matthias, Heinrich und deren Erben auf ewig alle Privilegien, Rechte, Immunitäten, Ehren, Gewohnheiten und Freiheiten (omnibus privilegiis, iuribus, immunitatibus, honoribus, consuetudinibus et libertatibus) geniessen sollen, wie sie den lateranensischen Pfalzgrafen nach Recht und Gewohnheit gebühren.
[2.] Er ermächtigt (dantes et concedentes […] plenam et omnimodam […] potestatem) Matthias, Heinrich und deren Erben, überall im Reich öffentliche Notare oder Richter (notarios publicos seu tabelliones et iudices ordinarios) mit allen dazu gehörenden Befugnissen zu ernennen, diese, wenn sie zur Ausübung dieses Amtes geeignet und in der Grammatik bewandert sind, mit Feder und Tintenfass zu investieren und ihnen einen Eid abzunehmen, mit dem sie sich verpflichten, dem Heiligen Römischen Reich treu zu sein, ihre öffentlichen sowie privaten Instrumente, Testamente, Gerichtsakten und andere Dokumente gerecht und ohne unlautere Absichten (iuste, pure, fideliter, omni simulatione, machinatione, falsitate et dolo remotis) aufzusetzen, diese nie auf palimpsestierten Urkunden (in cartis abrasis), sondern ausschliesslich auf Pergament gemäss den Ortsgebräuchen zu mundieren, alle Urteile sowie Zeugenaussagen, die noch nicht publiziert worden sind, geheim zu halten, und auch alles andere, was ihrem Amt obliegt, nach Recht und Gerechtigkeit zu tun. Die durch Matthias, Heinrich und deren Erben ernannten Notare dürfen überall im Reich Verträge, [Notariats-]Instrumente, Urteile und Testamente aufsetzen (conscribere et publicare contractus, instrumenta, iudicia, testamenta et ultimas voluntates), Dekrete und Verordnungen publizieren (decreta et auctoritates interponere) und alles andere tun, was mit dem Amt eines öffentlichen Notars verbunden ist.
[3.] Des Weiteren gewährt (concedimus et largimur) er Matthias, Heinrich und deren Erben das Recht, uneheliche Kinder (naturales, bastardos, spurios, manseres, incestuosos copulative aut disiunctive et quoscumque ex illicito et dampnato coytu procreatos seu procreandos) zu Lebzeiten oder nach dem Tod der Eltern zu legitimieren, jedoch mit Ausnahme der Söhne von Fürsten, Grafen und Freiherren. Sie dürfen diese Personen in alle Ehren und Rechte, besonders in die Erbrechte einsetzen, als ob sie in einer gesetzlichen Ehe geboren wären. Die legitimierten Personen dürfen auch die Erbschaften der ohne Testament verstorbenen Personen ansprechen, jedoch nur unter dem Vorbehalt, dass sie die ehelichen Kinder und Erben nicht benachteiligen, sondern diesen in der Erbfolge nachfolgen sollen (dumodo legittimationes per vos et heredes vestros fiende […] non preiudicent filiis legittimis et heredibus, quin ipsi cum legittimandis per vos et heredes vestros predictos equis portionibus suis succedant parentibus et agnatis). Er legt fest, dass diese seine Regelung durch die namentlich angeführten sowie alle anderen zivilen Gesetze nicht beeinträchtigt werden soll (non obstantibus ff. finali. aut. qui. mo. natura. effici. sui et omnibus aliis iuribus, dispositionibus ipsis filiis omnem clementiam denegantibus necnon aliquibus legibus, quibus cavetur, quod naturales, bastardi, spurii, incestuosi copulative vel disiunctive vel alii quicumque de illicito coytu procreati vel procreandi non possint vel debeant legittimari sine consensu et voluntate filiorum naturalium et legittimorum […] etiam non obstantibus in predictis aliquibus legibus aliis, etiam si tales essent, que deberent in presentibus exprimi et de eis fieri mentio specialis) und hebt (derogamus et derogatum esse decernimus) etwaige widersprüchliche gesetzliche Bestimmungen mit rechtem Wissen und aus kaiserlicher Machtvollkommenheit auf.
[4.] Des Weiteren gewährt (concedimus et largimur) er Matthias, Heinrich und deren Erben die Befugnis, Unmündige nach den rechtlichen Bestimmungen für volljährig zu erklären (etatis veniam concedere),
[5.] Vormünder und Kuratoren zu bestellen (tutores quoque et curatores dare et con­stituere),
[6.] die Entlassungen von Kindern aus der elterlichen Gewalt, sofern deren Eltern sie entlassen wollen, zu bekräftigen, auch wenn diese Kinder bei Gericht nicht anwesend sind (et auctoritatem interponere in emancipationibus liberorum, quos parentes sui voluerint emancipare etiam dictis liberis absentibus a iudicio)
[7.] und Adoptionen bzw. arrogationes durchzuführen und zu beurkunden (in adoptionibus quoque et arrogationibus auctoritatem impartiri et decretum interponere).
[8.] Schliesslich verbietet er allen (nulli ergo hominum liceat), diese seine Urkunde (hanc nostre creationis, ordinationis, decreti, statuti, concessionis, derogationis et gracie paginam) zu verletzen, wenn sie seine und des Heiligen [Römischen] Reiches schwere Ungnade sowie eine Pön von 100 Mark reinen Goldes bei jeder Verletzung vermeiden wollen, welche Summe zur Hälfte an die Reichskammer (imperialis fisci sive erarii […] usibus), zur Hälfte an die Geschädigten zu bezahlen wäre.

Arenga:
Sceptrigera imperatorie dignitatis sublimitas sicut inferioribus potestatibus officii et dignitatis elatione prefertur, ut commissos sibi fideles optate consolationis presidio gubernet, quod thronus augustalis tanto solidetur felicius et uberiori prosperitate proficiat, quanto indesinentis sue virtutis donaria largiori benignitatis munere fuderit in subiectos. Sic a coruscante splendore imperialis solii nobilitates alie velut e sole radii prodeuntes, ita fidelium status et condiciones illustrant, quod primeve lucis integritas minorati luminis detrimenta non patitur, ymmo ampliori utique rutilantis iubaris expectato decore perfunditur, dum in circuitu sedis auguste nobilium, comitum, baronum et procerum nostrorum et imperii sacri fidelium numerus feliciter adaugetur.
Regesta imperii
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Zwittau (Zámrsk), Státní oblastní archiv, RA Šliků, Inv. Nr. 208 Sign. IV.5 Kart. 22

  • SealWachsfarbenen Grosssiegel Sigismunds mit einem roten Rücksiegel (Avers des kaiserlichen Majestätssiegels Posse, Siegel, Bd. 2, S. 9, Tafel 17/1 und kaiserlichen Sekretsiegel Posse, Siegel, Bd. 2, S. 9, Tafel 18/1)
  • Material: Pergament
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      • Materielle Beschreibung: 
        Links des Schriftspiegels über die volle Höhe des Pergamentblattes grosse cadellenartig aufgebaute Initiale I(n nomine) mit gekröntem Doppeladler im "Binnenfeld". Weiters grosse Cadelle S(igismundus) und Zierschrift in der ersten Zeile. Graphischer Dekor über dem Namen des Kaisers. Der gesamte Dekor in tintenfarbiger Zeichnung.
      • Stil und Einordnung: 
        Die Schrift des Diploms und die Ausstattung widersprechen den Gepflogenheiten der Kanzlei Sigismunds. Die Schrift zeigt viele Übereinstimmungen mit jener des Bartholomäus Poignare, der ab 1435 als Skriptor des Konzils nachweisbar ist (dazu Roland, Konzil von Basel, 2019, S. 189f.). Zu weiteren von ihm mundierten Urkunden siehe bei 1435 Februar 20. Die hier behandelte Urkunde ist das einzige Beispiel einer figürlichen (heraldischen) Ausgestaltung bei einer Urkunde Poignares bis ins Jahr 1446.
      • Bartelemy Poignare war ein Kleriker und vielseitig begabt. Er war Sänger der päpstlichen Kapelle Eugens IV. (auch Komponist), dann aber auch Schreiber und Kalligraph. Er war dabei zuerst offenbar für den Kaiser tätig, dann für das Basler Konzil und zuletzt auch in seiner nordfranzösischen / flämischen Heimat. Siehe umfassend bei Roland, Konzil von Basel, 2019.
      • Martin Roland
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      Places
      • HRR
        • Type: Region
      • Rom
        • Type: Ausstellungsort
      Persons
      • Kaiser Sigismund
        Keywords
        • Illuminated Charters: Niveaus:
          • N1: historiated
          • N1: Initials
          • N1: drawn
          • N1: Coat of arms
          • N2: Display script (with decorative character)
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