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Charter: Illuminierte Urkunden 1442-02-04_Dijon
Signature: 1442-02-04_Dijon
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1442-02-04, Florenz
Papst Eugen IV. verkündet die Union mit den Kopten (Exemplar für Herzog Philipp den Guten von Burgund).

Inc.: Cantate Domino
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: MITTEL
 

Original
Current repository
Dijon, Archives departementales de Cote d'Or, B 11617

  • Seal-
  • Material: Pergament
  • Dimensions: Libell mit 18 Blättern: fol. I und 1-16 und I* (beschrieben: fol. 1r-16r)
    • Graphics: 
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      • Materielle Beschreibung: 
        Incipit-Seite mit drei Zeilen in Zierschrift - Papstnamen mit Lombarden-Formen, der Rest in Elongata-Formen - vor reichem Goldfiligran. Die Initiale E(ugenius) vergrössert und mit floralen Aussparungen aus dem tintenfarbigen Buchstabenkörper.
      • Im Binnenfeld und als Besatz goldenes Fleuronnée (wie um die Zierschrift) sowie, in den beiden Binnenfeldern des "E" in Deckfarben gemalte Wappen von Papst Eugen IV. und von Herzog Philipp dem Guten.

        Randbordüre links des Schriftspiegels mit Goldfiligran mit Deckfarbenmotiven. Die Bordüre entspringt einer Vase, die von zwei Putten getragen wird.

        Das Incipit C(antate) mit einzeiliger Goldlombarde mit blauem Fleuronnée.
      • Im Fliesstext einzeilige Lombarden in Gold und in Blau mit Fleuronnée in Gegenfarbe.
      • Fol. 16v Rota und (eigenhändige) Unterschriften.
      • Stil und Einordnung: 
        Der Dekor der vorliegenden, von Baptista Palavicinus mundierten Urkunde (siehe unten) stammt von verschiedenen Händen.
      • Initialen
        Die mit der Schrift des Baptista Palavicinus verbundenen Initialen sind stilistisch disparat: In Fall von Palavicinus läuft die Tätigkeit als päpstlicher Skriptor und die Ausführung des Dekors nicht parallel (siehe Roland, Konzil von Basel, S. 197f., wo auch die von ihm geschriebenen Bücher miteinbezogen werden).
        Die Initiale der Prunkausfertigung der Griechenunion von 1439 Juni 6 weist ein Schriftband im Buchstabenkörper auf, das zwei von Palavicinus mundierten Ausfertigungen der Griechenunion in der Laurenziana in Florenz (Doc 1, Doc 2) und einer Urkunde für Kassel (1440 September 13) gut entspricht und daher mit guten Gründen Palavicinus zugeschrieben werden könnte. Diese Ausfertigung der Griechenunion wurde jedoch nicht von Palavicinus sondern von Anselmus de Magio mundiert. Der Ablass für Kassel wiederum ist stilistisch ganz eng mit einem Ablass für Worms verbunden (1443 Juni 12). Auf der Plica wird bei diedsem Stück G. de Puteo, also ein weiterer Skriptor genannt.
        Wir dürfen vermuten, dass die Buchstabenkörper und das tintenfarbige Fleuronnée der drei Ausfertigungen der Griechenunion von 1439, sowie der Stücke von 1440, das hier besprochene von 1442 und jenes von 1443 von derselben Hand stammen.
      • Dekor des Binnenfeldes
        Das Goldfleuronnée ist eng mit den in Deckfarben gemalten Wappen im Binnenfeld verbunden. Beide Elemente müssen in einem Schritt entstanden sein. So ist etwa die Tiara, die das Papstwappen bekrönt, in Goldtinte gezeichnet, wie das Fleuronnée, während das Wappen in Deckfarbenmalerei ausgeführt wurde. Das Goldfleuronnée ist von seiner Struktur und Anwendung ähnlich in einer ebenfalls von Palavicinus mundierten Ausfertigung der Griechenunion zu finden (1439 Juli 6, Florenz 2).

        Zierstab
        Der mit Goldscheiben und kleinteiligen Deckfarbenblüten und -blättern besetzte vertikale Filigranstreifen links, ist von der graphischen Ausführung der Linien nicht mit dem Goldfleuronnée vergleichbar und stammt daher sicher von einem anderen Meister. Der Stil entspricht dem Dekor der Prunkausfertigung der Griechenunion in Paris (1439 Juni 6). Sehr wahrscheinlich war derselbe Buchmaler tätig, den Francesca Manzari, Scribes, S.173, François Avril folgend, als den Florentiner Buchmaler Bartholomeo Varnucci bestimmt (im Detail Roland, Konzil von Basel, S. 198f.). Die Putti und das Goldfiligran mit seinen in Deckfarbe gemalten Abschlussmotiven bestätigen diese Gleichsetzung.
      • Martin Roland
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      Bibliography

      Comment

      Scriptor: Baptista Palavicinus (fol. 16r).
      Das Libell von Papst Eugen IV. eigenhändig unterschrieben; 16 Kardinalsunterfertigungen; zwei Signaturen von Sekretären (jeweils fol. 16r).
      Zu Markgraf Giovanni Baptista Palavicinus (gest. 1466 Mai 12) siehe Roland, Konzil von Basel, 2019, S.197-199 (mit biographischen Angaben und Hinweisen auf weitere Werke) und Frenz, Conspectus (https://www.phil.uni-passau.de/fileadmin/dokumente/fakultaeten/phil/lehrstuehle/frenz/RORC/littera_B.pdf), der ihn als Skriptor von 1433 bis 1444 nachweisen kann.
      Geboren wurde Palavicinus in Cremona als Sohn von Antonio Palavicino, Markgraf von Ravarano. Er war Schüler von Vittorino da Feltre und Guarino (Veronese) und war mit Ermolao Barbaro (il Vecchio) befreundet. In seiner Jugend verfasste er lateinische Verse und lehrte Grammatik und Rhethorik in Brescia. Von 1429 bis 1435 war er Archidiakon der Kathedrale von Turin, von 1433 bis 1444 ist er kontinuierlich als Kanzleischreiber an der Kurie fassbar. 1444 wird er Bischof von Reggio Emilia und dann von 1459 bis 1464 Referendar in der päpstlichen Kanzlei.
      Weitere von ihm mundierte Urkunden in der Sammlung "Illuminierte Urkunden": 1433 November 1, 1439 Juli 7 (Doc 1 und Doc 2), 1440 September 13 und abschliessend die hier behandelte Urkunde von 1442 Februar 4.
      Während die Bulle zur Griechenunion (Beispiele unter 1339 Juni 6) 310 mal kopiert wurde, sind von der Koptenunion nur vier Exemplare bekannt (Krafft, Unionsbullen); siehe hier für ein nur einfach ausgestattetes Stück in der Laurenziana in Florenz.
      Martin Roland
      Places
      • Burgund
        • Type: Region
      • Florenz
        • Type: Ausstellungsort
      • Frankreich
        • Type: Region
      • Italien (Kurie)
        • Type: Region
      Persons
      • Herzog Philipp den Guten von Burgund
        • Papst Eugen IV.
          Keywords
          • Illuminated Charters: Niveaus:
            • N2: Penwork(Fleuronnée)
            • N1: historiated
            • N2: Display script (with decorative character)
            • N2: Initials
            • N1: with Additional Colours
            • N1: Coat of arms
            • N3: Rota
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