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Charter: Illuminierte Urkunden 1520-06-15_Wien
Signature: 1520-06-15_Wien
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1520-06-15, Rom
Papst Leo X. droht Martin Luther den Bann an, falls er innerhalb einer Frist von 60 Tagen seine Ansicht nicht widerrufe.
Inc.: Exsurge Domine
Source Regest: 
FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: MITTEL
 

Original

Current repository
Wien, Haus- Hof- und Staatsarchiv (HHStA), AUR, sub dato





    Graphics: 








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        • Materielle Beschreibung: 
          Bulle im engeren Sinn, die auf den Formen der Litterae cum filo serico aufbaut: Erste Zeile in Zierschrift, die Formen der Elongata nachamt, und Papstnamen in rund verformten vollfarbigen Buchstaben; cadellenartige Erweiterungen bei Majuskeln. Die Initiale L(eo) floral bis zur Unlesbarkeit verfremdet und untrennbar mit einer gezeichneten Ranke links neben dem oberen Teil des Schriftblocks verbunden.
        • Stil und Einordnung: 
          Die Cadelluren und die gezeichnete Ranke sind wohl dem Skriptor, Andreas de Castillo, zuzuordnen. Vergleichbar prunkvoll kalligraphierte Stücke der Kurie gab es ab dem späteren 14. Jahrhundert. Beispielhaft sei ein Ablass von Papst Sixtus IV. für die Stadt Wien genannt, die der Scriptor B. de Capitaneis 1481 Jänner 18 schrieb.
        • Ob es noch weitere so auffällig dekorierte Stücke des Skriptors Jacobus de Castillo (siehe unten) gibt, muss noch festgestellt werden. Ein weiteres Original, das von A. de Comatibus mundiert wurde, befindet sich in Dresden, Hauptstaatsarchiv, 10001, Nr. 10277.
        • Martin Roland
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        Comment

        Scriptor: A. de Castillo.
        Frenz kann den Skriptor, Andreas de Castillo (Castiglio), von 1509 bis 1535 nachweisen (Frenz, Conspectus, online unter: https://www.geku.uni-passau.de/fileadmin/dokumente/fakultaeten/geku/lehrstuehle/frenz/RORC/littera_A.pdf).
        Mit dieser päpstlichen Bulle drohte Papst Leo X. Martin Luther den Kirchenbann, also die Exkommunikation aus der Heilsgemeinschaft an. Er wird zum Widerruf seiner Thesen aufgefordert, 41 Sätze aus seinen Schriften werden in der Urkunde zitiert und als falsch, Ärgernis erregend oder anstössig bezeichnet. Der kanonische Prozess gegen Luther war seit 1518 eingeleitet, nun 1520 gab der Papst ihm noch zwei Monate Zeit, seine aus Sicht der Kirche ketzerischen Absichtne aufzugeben. Martin Luther reagierte darauf mit der Veröffentlichung weiterer Schriften und, nach Ablauf der Frist, einer öffentlichen Verbrennung eines Drucks der Bulle in Wittenberg. Damit demonstrierte Luther seinen endgültigen Bruch mit Rom. Am 3. Januar 1521 wurde Luther mit der Bannbulle "Decet Romanum Pontificem" aus der Kirche ausgeschlossen. Die Androhung des Kirchenbanns gegen Martin Luther stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Kirchenspaltung dar, die den Verlauf der europäischen Geschichte der folgenden Jahrhunderte entscheidend prägen sollte (nach Unesco).
        Places
        • Deutschland
          • Type: Region
        • HRR
          • Type: Region
        • Italien (Kurie)
          • Type: Region
        • Rom
          • Type: Ausstellungsort
        • Sachsen-Anhalt
          • Type: Region
        Persons
        • Martin Luther
          • Papst Leo X.
            Keywords
            • Illuminated Charters: Niveaus:
              • N2: Borders
              • N2: Penwork(Fleuronnée)
              • N2: Initials
              • N2: Display script (with decorative character)
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