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Charter: Illuminierte Urkunden 1490-99-99_Nuernberg
Signature: 1490-99-99_Nuernberg
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1490 (gedruckt) Juni 17 (handschriftlich), Ausstellungsort unbekannt (Druck: Nürnberg, Friedrich Creussner)
Raimund Peraudi, Archidiakon von Aunis in der Diözese Saintes (archidyaconus Alnisiensis in ecclesia Xanctonensis), Professor der Theologie, apostolischer Protonotar, "referendarius domesticus" des Papstes, Nuntius und apostolischer Kommissar für Deutschland (Germania) und die dem Heiligen Römischen Reich und dessen Kurfürsten unterworfenen Provinzen, Städte, Länder und Orte sowie für die Königreiche, Inseln und Provinzen von Dänemark, Schweden, Norwegen, Livland, Preussen und Russland gibt Folgendes bekannt (notum facimus): Der derzeit regierende Papst Innocenz VIII. hat denjeinigen Christen beiderlei Geschlechts, die zum Schutz des rechtmäßigen Glaubens gegen die Türken (Turcos) beitragen [Bulle von 1488 Dezember 11)], Jubel- und andere Ablässe gewährt, die durch den Besuch von Kirchen beim Aussteller oder seinen Kommissaren erhalten werden können, so als hätten die Begünstigten die Basiliken der Stadt [Rom] zum Zeitpunkt des Jubiläums besucht. Weiters dürfen die Begünstigten einen Welt- oder Ordensgeistlichen zum Beichtvater wählen, der sie einmal im Leben und zur Todesstunde von allen Sünden, Exzessen und Verbrechen befreit, selbst wenn diese dem apostolischen Stuhl vorbehalten sind, und der sooft es nötig ist (totiens quotiens) ihnen im Leben Sünden[strafen] erlässt, die keine päpstlichen Reservatsfälle sind, und dies auch sooft macht, wann immer sie vom Tod bedroht werden, auch wenn der Tod schließlich nicht eintritt. Der Papst gewährt den Begünstigten außerdem Anteil an allen in der Kirche vollbrachten guten Werken. Peraudi ist vom Papst bevollmächtigt, dies zu beurkunden, als wäre der Brief mit einer Bleibulle versehen. Da nun Georg Helt, Magister der guten [freien] Künste, aus der Bamberger Diözese (devoto in Christo filio artium bonarum magistri Georgio Heldt, Bambergensis dyocesis) zur Unterstützung und Verteidigung des Glaubens nach Absicht des Papstes und der Meinung des Ausstellers nach beigetragen hat und Peraudi ihm das mit dem vorliegenden Brief bestätigt (approbamus), gewährt (concedimus et indulgemus) er ihm kraft päpstlicher Autorität, dass er alle genannten Begünstigungen und Ablässe ebenso nutzen und genießen kann.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original (Typendruck)
Current repository
Nürnberg, Landeskirchliches Archiv, U 1490 Juni 17 (Leihgabe Erich Freiherr von Löffelholz Nürnberg)

  • SealHolzkern des anhangenden Siegels erhalten
  • Material: Pergament
  • Dimensions: 23,7 x 19,8cm
    • Graphics: 
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      • Materielle Beschreibung: 
        Gedruckter Beichtbrief ohne Dekor.
      • Martin Roland
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      Bibliography

      Comment

      Von den Türkenkrieg-Ablasskampagnen des Raimundus Peraudi (Paulus, Ablass, Bd. 3, S. 210-215 [2000: S. 177-181]) sind unzählige gedruckte Beichtbriefe erhalten geblieben:
      mit der mitgedruckten Jahreszahl "1487" 8 Ausgaben (VE15, P-70 - P-77), alle in Köln bzw. den Niederlanden gedruckt,
      mit der mitgedruckten Jahreszahl "1488" 38 Ausgaben (VE15, P-78 - P-115),
      mit der mitgedruckten Jahreszahl "1489" 33 Ausgaben (VE15, P-116 - P-148),
      mit der mitgedruckten Jahreszahl "1490" - also so wie der hier behandelte Druck - 49 Ausgaben, die von 20 Offizinen in 15 Städten gedruckt wurden: vgl. VE15, P-149 - P-193 (sowie einen Druck aus Genf [GW M3074510 (Digitalisat), der 1490 Mai 23 für Abt und Konvent von Lambach (Oberösterreich)] und zwei Drucke aus Venedig [GW M30770 (Digitalisat), der 1490 Juli 1 für Abt und Konvent von Kremsmünster (Oberösterreich) ausgestellt wurde bzw. GW M3077010, der 1490 Juli 23 ausgestellt wurde]).
      Falk Eisermann (VE 15) identifiziert die Drucktype, die Friedrich Creussner verwendet: 4:87G, eine jüngere Variante von 4*:87G. Die beiden Varianten sind 1480 (?) und kontinuierlich von 1485 bis 1500 in Gebrauch. Einzelne Worte (unter anderem "Universis" (der Beginn des Beichtbriefs) und "Raymundus" sind Holzschnitte und nicht im Typendruck hergestellt. Von diesem Druck sind nach Eisermann acht Exemplare erhalten. Friedrich Creussner hatte schon zwei Ausgaben mit der Jahreszahl 1489 angefertigt: GW M30738 (Digitalisat; Digitalisat) und GW M3073810, die der Ausgabe von 1490 schon weitgehend entsprechen. Von der erstgenenannten Ausgabe sind auch zwei Abdrucke im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg erhalten, die beide 1489 November 6 ausgestellt wurden: eines für Johannes Kleberger und seine Frau Agatha [HB2733], eines für Johannes Kleberger junior und seine Schwestern Barbara und Margarete [HB2734]. Neben Creussner druckte Georg Stuchs im Jahr 1489 eine Ausgabe des hier besprochenen Beichtbriefes (VE15, P-139). Neben der hier behandelten Ausgabe von Creussner von 1490 wurden in diesem Jahr sieben weitere in Nürnberg gedruckt (VE15, P-184 - P-183), jeweils von Georg Stuchs.
      Das gedruckte Formular sieht keine Möglichkeit vor, den Ausstellungsort anzugeben. Dass Georg Heldt aus der Bamberger Diözese war, eröffnet die Wahrscheinlichkeit, dass der vorliegende Beichtbrief in Franken ausgestellt wurde. Von der Formulierung ist anzunehmen, dass Peraudi selbst den Ablass verkündete und den Beichtbrief besiegeln liess. Sein Itinerar gibt daher möglicherweise Hinweise. Peraudi war, wie Kühne, Peraudi, 2015, S. 440f., berichtet ab 14. August 1489 in Nürnberg und blieb bis 14. September. Dies könnte gut mit der bei Creusser in Nürnberg gedruckten 1489er-Ausgabe des Beichtbriefes korrespondieren. Peraudi "überwinterte" bei Kaiser Friedrich III. in Linz. Im Mai 1490 sei, so Kühne, Peraudi in Süddeutschland gewesen ehe er im Mai 1490 nach Frankreich aufbrach (erst Ende November 1490 war er wieder in Deutschland). Wie problematisch die Quellenlage ist, macht ein chronikaler Bericht deutlich, der behauptet, Peraudi sei am 29. September 1490 nach Nürnberg gekommen und der Ablass wäre bis zum 11. November gespendet worden: Chroniken der deutschen Städte,Band 11 (1874) S. 723-726. Die stimmt weder mit den Aussagen zu 1489 noch mit jenen zu 1490 überein.
      Peraudi war, allerdings nach Ablauf der Ablasskampagne, nochmals in Nürnberg, denn er traf am 14. April 1491 ein und besuchte den Reichstag, ehe er Mitte Mai 1491 nach Italien aufbrach (Kühne, Peraudi, 2015, S. 442).
      Zur Bulle Domini et Salvatoris nostri Papst Innocenz' VIII. von 1488 Dezember 11 siehe Jenks, Documents, 2018, S. 321-375.
      Martin Roland
      Places
      • Ausstellungsort unbekannt (Druck: Nürnberg, Friedrich Creussner)
        • Type: Ausstellungsort
      • HRR
        • Type: Region
      • Italien (Kurie)
        • Type: Region
       
      Keywords
      • Glossary of illuminated charters (in German):
        • Druck
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