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FondWien, St. Nikola, Klarissen (1277-1660)
Bestandsgeschichte

Folgende Ausführungen zur Stifts- und Bestandsgeschichte sind aus: Gerhard Winner: Die Klosteraufhebungen in Niederösterreich und Wien. Wien, München: 1967, S. 104f.Fritz Antonius: Die Handschriftenabteilung bzw. Walther Latzke: Die Klosterarchive, in: Inventare österreichischer staatlicher Archive. V. Inventare des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs. 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs. Dritter Band des Gesamtinventars. Wien: 1938, S. 231, 337-339, 344f., 370, 377f., 388f., und 572. Alfons Zák: Österreichisches Klosterbuch. Statistik der Orden und Kongregationen der katholischen Kirche in Österreich. Wien, Leipzig: 1911, S. 290. Kloster zum hl. Nikolaus in Wien I. Singerstraße 15, gegründet 1623 im ehemaligen Kloster der Zisterzienserinnen und übergeben den Klarissen von Preßburg, die sich vor den Türken geflüchtet hatten. Seit 1624 gehörte dieses Kloster zur österreichischen Provinz der Franziskaner.In dieser zweiten Wiener Niederlassung der Klarissen (NÖLA Klosterrat 210 Fasz. 14/60 (Personalia) 211 Fasz. 15/445 und 15/575 (Orgel, Schätzmeister waren die beiden Orgelbauer Gottfried Malleck und Anton Pfliegler); HHSTA Klosterrat 19 Mauerbach 2 ex Jan. 1782 (Aufhebungsbericht); Razesberger a. a. O., S. 75, 121, 125, 135f., 140 und 153; Wr. Diözesanblatt 1889, S. 200; J. Hormayr, Wien II/1/3 (Wien 1824), S. 47; Mbl. d. V. f. Lk. 1909, S. 358.) wurde die Aufhebung am 24. Jänner 1782 vollzogen. Um ein Uhr nachmittag verkündete Kommissar Buol die Dekrete, wobei es nach seinen Worten "ganz ruhig doch ebenfalls sehr lamentable zuging". In St. Nikolaus wohnten 33 Schwestern, und zwar 22 Chorfrauen, 10 Laienschwestern und eine Novizin. Letztere kehrte sofort in den Laienstand zurück, und von den Profeßnonnen wollten acht nach St. Elisabeth, sechs nach St. Jakob, neun nach St. Laurenz, vier nach St. Ursula, drei zu den Salesianerinnen und eine in das Himmelpfortkloster. Wenn sich auch hier vorerst nur drei Ordensfrauen sofort entschließen konnten, auch die Regel ihres neuen Klosters zu übernehmen, so muß man dabei vor allem bedenken, dass es besonders für ältere Profeßschwestern gewiß nicht leicht war, noch einmal mit dem Noviziat zu beginnen. Am 24. Juni lief die Räumungsfrist für das Kloster ab, und bereits am nächsten Tag wurde die Kirche exsekriert und gleichfalls entleert. Während die noch verwendbaren Einrichtungsstücke in das Depositorium gebracht wurden, ließ man die übrigen Mobilien am 12. August versteigern und erzielte dabei den respektablen Betrag von 3400 fl.; auch die Orgel kam hiebei unter den Hammer, weil die Ursulinerinnen, die sie gerne für ihre Kirche gehabt hätten, den geforderten Preis von 300 fl. nicht aufzubringen in der Lage waren. In der St. Nikolauskirche befand sich übrigens das Grab des 1552 in Wien verstorbenen Claudius Jay, eines der ersten Gefährten des hl. Ignatius von Loyola. Der Besitzstand des Klosters war recht bescheiden und ergab etwa 3000 fl. jährlicher Einnahmen; neben Stiftungen konnten die Nonnen drei Wiener Häuser ihr Eigen nennen, durch deren Verkauf dem Religionsfond rund 41.000 fl. zukamen. In Kirche und Kloster wurde 1783 das Archiv- und Requisitendepot untergebracht, doch kamen beide Objekte 1785 zum Verkauf und wurden demoliert; an ihrer Stelle errichtete man fünf Wohnhäuser Ecke Singerstraße-Grünangergasse. Erst als die Klosteraufhebungskommission am 7. August 1782 den Auftrag zur Überbringung der Archive nach Wien erneuerte, scheinen nach und nach zunächst die in Wien befindlichen Archive der aufgehobenen Klöster in das Siebenbüchnerinnenhaus gebracht worden zu sein, und zwar die Archive des Königsklosters, das Archiv von St. Nikolaus und die im Seitzerhof liegenden Archive der Kartause Mauerbach. Alle diese Klosterarchive scheinen ungeteilt in das Siebenbüchnerinnenkloster gebracht worden zu sein, freilich hatten auch sie alle Schriften und Dokumente, die sich auf die Klosterhäuser in und vor der Stadt bezogen, schon am 30. Juli an die Kameraladministration abtreten müssen. (nöLA., Klosterakten Fasz. 203 (Kameraladministration, Mauerbach): Nr. 133 m. Julii 1782 in Mon. (Nr. 750 Mauerbach).) Im Siebenbüchnerinnenkloster vereinigte man die eingelangten Archivalien zu dem sogenannten "Klosterarchivs-Depositorium", das Anfang 1783 in das aufgehobene Kloster St. Nikolaus übersiedelte. Dort erfolgte auch eine Neueinteilung der einzelnen Archivbestände.Unter Regierungsrat und Registrator Franz von Wallenfeld wurde 1786 im Depositorium der Archivindex von St. Nikolaus fertiggestellt, der 1851 ans StA. kam. Dort wurde er wenig später sinnloserweise in die Handschriftenabteilung eingereiht. Aus dem Archiv des Klosters der Klarissinnen zu St. Nicola in der Singerstraße, dessen Aktenbestände 1850 eingeliefert worden waren, gelangte nur der nachträglich, 1851, von der Registratur der niederösterr. Statthalterei übergebene Archivindex, Suppl. 288, in die Handschriftensammlung. Dieser Band wurde neben sämtlichen anderen Urkunden und Akten des Klosters St. Nikolaus 1933 an das Archiv der Stadt Wien abgegeben.Zu bemerken wäre dazu, daß die Handschrift Suppl. 1140, Urkundenabschriften eines Nonnenklosters zu St. Niklas zu Wien von 1494, nicht das Kloster in der Singerstraße - das ursprünglich ebenfalls dem Zisterzienserorden gehört hatte - betrifft, sondern das Zisterzienserinnenkloster zu St. Niklas vor der Stadt (extra muros) auf der Landstraße. (Vgl. über den Zusammenhang der beiden Klöster Marian, Österr. Hierarchie und Monasteriologie Bd. IX, S. 74ff.) Diese Abschriftensammlung gehört jedoch nicht dem Klosterarchiv an, sondern dem Schatzgewölbe (Eingetragen in Putsch B, Bd. 2, S. 193; Vgl. oben S. 178.) und wurde erst nach 1900 aus der allgemeinen Urkundenreihe (Rep. I, AB. 375) ausgeschieden.Zu Anfang des 19. Jahrhunderts - ein genauer Zeitpunkt konnte leider nicht ermittelt werden - wurden die Klosterarchive der Regierungsregistratur mit dem Klosterratsarchiv vereinigt und bildeten hinfort (bis 1844) die Faszikel 1 bis 149 dieses Archivs. Der Provenienzkörper St. Nikolaus (Wien) umfasste die Faszikel 89 bis 93. (Vgl. die alte Faszikeleinteilung in Rep. V (AB. 357).)1844 kamen die Fasz. 512-517 der "Klosteraufhebungsakten" (darunter auch die Aufhebungsakten der Klarissen zu Wien-St. Nikolaus) an das StA. Sie bildeten 1881 bis 1937 die Fasz. 375-381 der Abteilung "Österreichische Akten, Geistliches Archiv", seit 1937 sind sie als Fasz. 17-23 der Abteilung "Klosterrat" aufgestellt.1850 wurden von der Kameral-Gefällen-Verwaltung Akten aus dem Archiv von St. Nikolaus an das StA. abgetreten. HHStA, Repertorium XIV/1 und XIV/4.