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FondWien, St. Laurenz - Augustiner-Chorfrauen (1316-1782)
  1. Stiftsgeschichte
  2. Schon vor dem Jahre 1300 war am Fleischmarkt zu Wien, zwischen Hafnersteig und Biberturm, ein Beguinenhaus zu St. Laurenz enstanden, in dem Witwen und Jungfrauen in klösterlicher Zurückgezogenheit, aber ohne eine kirchlich approbierte Regel lebten. Als die Beguinen 1301 von Bischof Wernhard von Passau den Befehl erhielten, sich eine Regel zu geben, traten sie in den Orden der Dominikanerinnen ein und unterstellten sich der Aufsicht des Wiener Dominikanerpriors. (Theodor Wiedemann, Geschichte der Frauenklöster St. Laurenz und Maria Magdalena in Wien. (Salzburg 1883), S. 1. Vgl. auch Bd. I S. 130* Anm. 4.) Diese Verbindung dauerte bis 1411. Damals kam es zu verschiedenen Mißhelligkeiten zwischen den Dominikanern und den Nonnen von St. Laurenz. Letztere wandten sich an Bischof Georg von Passau und erreichten, daß sie dieser am 1. Aug. 1411 seinem Schutze unterstellte. Die Dominikaner mußten dies nach einer nochmaligen Untersuchung am 18. Dez. 1413 anerkennen; auch die Appellation ihres Provinzials nach Rom blieb erfolglos, vielmehr löste Papst Martin V. St. Laurenz 1422 aus dem Verbande des Dominikanerordens und unterstellte es in geistlichen Dingen den Bischöfen von Passau, in weltlichen den österreichischen Landesfürsten. (Ebendort, S. 10, 11. - Urkunden 1411 Aug. 1, 1413 Dez. 18 und 1424 Juni 20; StA., Rep. ad IV (AB. 379/2))Erst 1450 nahm das Kloster die Regel der Augustiner-Chorfrauen an und blieb dabei bis zu seiner Aufhebung (1783). (Wiedemann, S. 12. - Urkunde 1451 März 1; StA., Rep. ad IV (AB 379/2))Das wichtigste Ereignis in der Geschichte von St. Laurenz bildete die 1533 erfolgte Einverleibung des Klosters St. Maria Magdalena. Dieses Frauenkloster lag etwa in der Gegend des heutigen Alumnats zwischen dem ehemaligen Strudelhof und der Neuburger (heute Liechtenstein-) Straße. Die Zeit seiner Gründung ist unbekannt; die erste urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr 1231. Ursprünglich der Regel der Zisterzienserinnen angehörig, traten die Nonnen bald nach 1234 zur Regel der Augustiner-Chorfrauen über und wurden der Oberaufsicht des Propstes von Klosterneuburg unterstellt. Bei der Türkenbelagerung (1529) mußten die Nonnen in die Stadt fliehen; Kirche und Kloster wurden geplündert und verbrannt. Als der Konvent nach dem Abzuge der Türken daranging, die Gebäude wiederherzustellen, verbot König Ferdinand I. mit Mandat vom 16. März 1530 den Neubau, ließ die Ruinen niederreißen und ordnete die Übersiedlung der Nonnen in das nahezu ausgestorbene Augustiner-Eremitenkloster zu Korneuburg an. Indes kam diese letztere Verfügung nicht zur Durchführung und der König wies auf Antrag der niederösterreichischen Regierung den Nonnen zusammen mit den gleichfalls obdachlos gewordenen Zisterzienserinnen von St. Nikolaus vor dem Stubentor am 18. Sept. 1531 das Kloster St. Nikolaus in der Singerstraße zur Wohnung an. Als aber dieses Kloster abbrannte, beantragte der Rat von Wien am 28. Mai 1533 die Übersetzung des Konvents von St. Maria Magdalena nach St. Laurenz oder St. Jakob. Bischof Faber und die Regierung entschieden für das erstere, und nach längeren Verhandlungen stimmten beide Konvente der Vereinigung zu; die Güter von St. Maria Magdalena wurden dem Kloster St. Laurenz einverleibt. (Wiedemann, S. 20-52. - Kopallik, Regesten zur Geschichte der Erzdiözese Wien, I, S. 113, 156. - Quellen zur Geschichte der Stadt Wien I/l, No. 1045.) Am 18. Sept. 1783 wurde das Kloster St. Laurenz von Kaiser Joseph II. aufgehoben; sechs Tage später wurde das Aufhebungsdekret vollzogen. (Wiedemann, S. 88.) Von den Archiven der beiden Klöster sind heute leider nur mehr Bruchstücke erhalten. Allein auch aus diesen Bruchstücken läßt sich unter Zuhilfenahme der auf uns gekommenen Kloster- und Archivinventare eine kurze Geschichte der Bestände darstellen.

  3. Bestandsgeschichte
  4. Das Archiv des Klosters St. Laurenz (bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts nahezu ausschließlich Urkunden) hat vor der Vereinigung der beiden Klöster eine durchgehende Ordnung nicht erfahren. Wohl aber wurden einzelne inhaltlich zusammengehörige Urkundengruppen, voneinander unabhängig, zu gewissen Zeiten mit Rückvermerken, jeweils von derselben Hand, versehen und wohl auch beisammen aufbewahrt. Wir können heute (bei den im StA. erhaltenen Urkunden) noch drei solche Gruppen feststellen.Die erste Gruppe umfaßt eine Reihe von Ablaßurkunden verschiedener Kardinallegaten, Erzbischöfe und Bischöfe für die Kirche St. Laurenz. Die zu dieser Gruppe gehörigen Stücke tragen zumeist je zwei von drei verschiedenen Dorsualvermerken; der erste ist in hellbrauner Tinte und buchmäßig kalligraphischer Schrift von einer Hand der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts geschrieben (a), der zweite von einer kräftigen, fast groben Hand um 1450 (b), der dritte wenig später in tiefschwarzer, zierlicher, stark abgekürzter Schrift (c). Es handelt sich um folgende Urkunden: 1331 Juli 12 (a): ".........antlaß, den man... do mit, daß man ze haczeitleichen tegen.............Larenczen chlaster ze Wienn in mess..........czeiten und wer den swestern do selbs durch got..............." (Die punktierten Zeilen sind unleserlich.) (c): "indulgentie trium archiepiscoporum et XII episcoporum per XL dies a quolibet". - 1335 Jan. 12 (a): "derst prieff sagt von dem antlaß, den wehabt hat zu Sant Larenczen chlaster Walther genant der Reinprechter" (c): in-dulgentie trium episcoporum per quadraginta dies". - 1353 Sept. 6 (c): "indulgencie unius archiepiscopi et novem episcoporum per quadraginta dies". - 1362 März 19 (a): "derst prieff sagt von antlaß, den man geben hat czu Sant Larencen chirichen cze Wienn und czu aller heiligen alter, der do ist in dem capitel und allen den, dy den vrown doselbs ir gnad werich tuen". - 1437 Aug. 20 (b): "confirmacio indulgentie per ordinarium Leonhardum" (c): "et dat quadraginta dies pro indulgenciis". - 1446 Okt. 6 (c): "indulgentie cardinalis Petri diaconi Sancte Marie Nove". - 1446 Nov. 29 (b): "confirmacio indulgencie domini Pataviensis (Leonhardi) super indulgentiam per cardinalem domminum Petrum datarum (!)" (c): "et quorundam archiepiscoporum et episcoporum". - 1448 März 12 (b): "Johannes cardinalis a latere legatus C dies" (c): "anno etc. 1448 datum". - 1459 Juni 16 (c): "indulgencie Johannis Sancti Angeli cardinalis et legati anno etc. 1459". (Alle Urkunden StA., Rep. ad IV (AB. 379/2))

    Eine zweite Gruppe von Urkunden enthält durchwegs Privilegien der österreichischen Herzoge. Diese Stücke tragen gemeinsame Dorsualnotizen in breiter rundlicher Schrift vom Anfange des 15. Jahrhunderts, und zwar: 1357 Aug. 30: "herczog Albrecht (irrig statt Rudolf) stiffter unsers gotshaus". - 1366 Okt. 4: "stifftbrieff von den heren von Östereich". - 1408 Mai 18: "von herczog Ernsst ain stifftbrieff". - 1409 März 18: "von frawen Katterina hertzogin in Österreich". - 1410 Aug. 29: "stifftbrieff von den furssten von Östereich". - 1412 März 17: "herczog Albrecht stiffter unsers gotshaus'". (Alle Urkunden StA., Rep. ad IV (AB. 379/2))Eine dritte Gruppe enthält hauptsächlich Bruderschaftsbriefe des 15. Jahrhunderts, die von verschiedenen anderen Orden für das Kloster St. Laurenz oder für einzelne Personen ausgestellt sind. Drei dieser Bruderschaftsbriefe sind von Johannes Capistran eigenhändig unterschrieben. DieUrkunden dieser Gruppe tragen alle ausführliche Dorsualnotizen, die von einer Hand des ausgehenden 15. Jahrhunderts mit heller Tinter in zierlicher Schrift mit vielen Abkürzungen geschrieben sind. Der Gruppe gehören nachfolgende Stücke an: 1434 April 19: "gnadbrieff an Johannes Steger von dem cardinal Juliano". - 1447 Mai 16: "bruderbrieff von der bruderschafft Prediger orden an Martino Aigenmaister und Elyzabetht, anno 1447". - 1451 März 1: "gnadbrieff zu der kirchen S. Laurentzum von dem legaten Nycola, 5 tag". - 1451 Juli 16: "bruderschafft brieff aus der bruderschafft Sand Franciscen orden der observantz, an frawen Erndraud und ire töchter, mit des seligen vatter Johannes Capistran handtgeschrifft underschriben". - 1451 Juli 17: "aus der bruderschaft Franciscer ordens lauttendt auff Hanns Kindler, Elizabeth burgerin etc., mit brueder Joannis Capistran aigner handtgschrifft underschriben, anno 1451". - 1455 März 27: "bruderbrieff aus der bruderschafft der brueder Sand Franciscen orden zu Wienn an Martino Knischk, seine bruder und Schwestern etc., anno 1455. Johannes Capistran". - 1461 Juli 2: "gnadbrieff zu der kirchen Sand Laurentzum kloster und allen altar darinn albeg 100 tag vom cardinal Bessarion". - 1461 Juli 18: "gnadbrieff zw den zwayen cappellen Sand Franciscen und S. Bartholome (Henrici und Alexii) von dem cardinal Bessarion 5 tag ablas, und denen, so 5 paternoster und sovil ave Maria darin kniend sprechen, 40 tag antlas von auffgesatzter puesse, und die in der dienstparkait des klosters gehorsam und getrew sein, 10 tag, anno 1461". - 1462 Febr. 27: "gnad oder indult von ainem bruder Franciscen orden der observantz auff Barbara Halabruckerin lauttend, ir ainen peichtvater auszuerwellen etc.". - 1467 Febr. 1: "bruderschafftbrieff der bruder Prediger orden für die gegenwürtigen und kunfftigen schwesternn". - 1470 Mai 20: "bruderschafftbrieff von den bruedern Sand Franciscen orden zw Wienn auff frauen Scolastica und den gantzen convent; kunfftige schrifftlich seind nit außgedruckt worden, doch dennoch begriffen, 1470". - 1473 Dez. 24: "aus der bruederschafft der bruder Augustiner orden, lautt die gegenwürtigen und kunfftigen schwesteren Sandt Laurentzen closter". - 1478 März 25: "gnadbrieff von dem legaten Alexander für die schwesteren des closters Sand Laurentzen, anno 1478". (Alle Urkunden StA., Rep. ad IV (AB. 379/2))

    Auf den anderen erhaltenen Urkunden von St. Laurenz sind keinerlei gemeinsame Dorsualnotizen aus älterer Zeit erkennbar; sie sind anscheinend vor 1522 nicht zu Ordnungszwecken signiert worden.Auch die Urkunden von St. Maria Magdalena sind, soweit wir dies aus dem erhaltenen Restbestand entnehmen können, bis 1529, also bis zur Zerstörung des Klosters, nicht repertorisiert worden. Wohl scheint vor 1400 ein Ansatz dazu gemacht worden zu sein. Vier der erhaltenen Stücke tragen Dorsualnotizen von einer Hand des ausgehenden Jahrhunderts, und zwar: 1335 Sept. 24: "item der prief gehört über den zehnt cze Mistelwach". - 1338 Okt. 29: "item der prief gehört über den zehenten cze Mistelwach". - 1368 Juni 21: "item der prief gehört über den czehentten cze Lewbendorf". - 1378 Jan. 6: "item daß ist der prief über die wys, die da leit cze Lachschenwurg". (Alle Urkunden StA., Rep. ad IV (AB. 379/2)) Alle vier Stücke wurden etwas später mit dem gotischen Majuskelbuchstaben C signiert. Eine Weiterführung dieser Ordnung in das 15. Jahrhundert ist nicht erkennbar. Erst nach 1507 scheint neuerlich ein Versuch gemacht worden zu sein, die Urkunden des Klosters zu verzeichnen. Wir finden nicht nur bei den Rückvermerken der genannten vier Urkunden Zusätze von einer Hand des beginnenden 16. Jahrhunderts, sondern erkennen diese Hand auch noch auf nachstehenden vier Urkunden: 1469 Juni 26: "kauffbrieff umb das holcz am Puechperg hinder Weidingsaw". - 1493 Juli 4: "kauffbrieff umb 20 jeuch akher ausserhalb Sand Ulreich und dient in Passawer hoff daselbs 5 Schilling 10 Pfennig ". — 1498 Mai 5: "lehenbrieff umb den zehent zu Kressenprun". - 1507 Mai 7: "vertragbrieff mit dem brobst von Walthawsen". (StA., Eep. ad IV (AB. 379/2))Eine ganze Reihe zeitlich vor 1507 fallender Urkunden aber blieb von der Neubeschriftung völlig unberührt; man begnügte sich bei ihnen mit den vorhandenen Dorsualvermerken. Bei der Zerstörung des Klosters ist sicher auch ein erheblicher Teil des Archivs zugrunde gegangen. Nur die wichtigsten Urkunden und Grundbücher wurden gerettet und kamen 1533 nach St. Laurenz.Nach der von Bischof Faber aufgestellten Inkorporationsordnung sollten die beiden Archive von St. Laurenz und St. Maria Magdalena getrennt verwahrt werden. (Wiedemann, S. 47. - Quellen zur Geschichte der Stadt Wien I/l, Nr. 1045) Dies war auch noch 1544 der Fall, denn der Visitationsbericht dieses Jahres nennt zunächst die wichtigsten Urkunden von St. Laurenz und in einem eigenen Abschnitt die "brieflichen urkhunden, so zu S. Maria Magdalena closter gehert haben". (StA., Hs. Böhm Suppl. 445/2, fol. 462 f.) Aber wohl schon unter der Meisterin Hildegard Kaufmann, die sich im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin nur mehr "Obristin zu St. Laurenzen" nannte (Wiedemann, S. 52.), scheint die Vereinigung der beiden Archivkörper erfolgt zu sein, die wir dann im ältesten erhaltenen Archivinventar vorfinden. Das "Inventarium über das closster unnd gotshauß zu Sanndt Laurentzen zu Wienn, so auf der römischen khay. mt. etc. bevelch durch derselben commissari Cristoffer Hillinger, der rechten doctorn, und Urban Meysinger beschriben und ain gleichlautender inventari der erwirdigen frauen Ursula, maisterin daselbst, zuegestellet worden", vom 18. Juli 1566 führt unter "briefliche urkhunden" 81 Stück an. (WStA., Klosterakten, St. Laurenz, olim Fasz. 106, Nr. L 2.) Die Urkunden sind einzeln mit ganz kurzen Inhaltsangaben aufgezählt, eine fortlaufende Numerierung oder eine Einteilung nach Sachgruppen ist nicht vorhanden. Wesentlich summarischer ist das zweite erhaltene Inventar, das am 29. Nov. 1590 von den Klosterräten Dr. Jakob Schwentner und Dr. Veit Spindler anläßlich der Installierung der Oberstin Katharina Strasser angelegt wurde.

    Neben einzeln angeführten Stücken finden sich hier kleinere Urkunden- und Aktengruppen ohne sachliche Gruppierung oder Numerierung wahllos aneinandergereiht. (Ebendort, Nr. L 8.) Die erste wirklich genaue Aufnahme des Urkundenbestandes von St. Laurenz zeigt uns das Inventar vom 31. Aug. 1620, angelegt von den Regiments-Klosterräten Jakob Bertholdt und Michael Friderich und dem Klosterratssekretär und -registrator Hans Christoph Hörmann. (Ebendort, Nr. L 7.) Letzterer ist ohne Zweifel der eigentliche Verfasser und er hat dabei seinen Registratorberuf nicht verleugnet. Wir erhalten hier zunächst erstmalig eine Vorstellung von der Unterbringung des Archivs. Es lag in sieben "Trüchln", deren erstes schwarz, mit Leder überzogen und mit Eisen beschlagen, das zweite von weißer, das dritte von gelber Farbe war; die andern vier sind nicht näher beschrieben, alle tragen Nummernbezeichnungen. In den Truhen 1 und 2 lagen die wichtigsten Originalurkunden des Klosters; sie sind im Inventar durchlaufend von 1-100 numeriert, mit knappen Regesten und mit ihrem genauen Tagesdatum verzeichnet. Die anderen fünf Truhen bargen Akten und minder wichtige Urkunden; sie sind schon einigermaßen sachlich geordnet. Das Inventar von 1620 hat für uns deshalb einen besonderen Wert, weil es als einziges neben dem Inhalt der damals vorhandenen Urkunden auch deren genaue Daten anführt und sie so für manches heute verlorengegangene Stück überliefert hat. Schon das nächste erhaltene Klosterinventar vom 1. Dez. 1632, das die Regimentsräte Dr. Georg Fächer und Dr. Hans von Hüttendorf und der Regimentssekretär Hans Jakob Wassermann der Oberstin Polyxena Muschinger bei ihrer Einführung übergaben, steht weit hinter dem von 1620 zurück und ist eine Neuauflage des Inventars von 1590. (Ebendort, Nr. L 8.) Immerhin zeigt es eine bemerkenswerte Erscheinung: dort, wo Einzelurkunden angeführt sind, finden sich spätere Nummernvermerke in hellbrauner Tinte in ganz bunter Reihenfolge. Sie erscheinen auch auf der Rückseite einzelner Urkunden und deuten ohne Zweifel auf eine erste interne Ordnung des Archivs. Denn bisher war, wenn wir von unvollkommenen Versuchen im 16. Jahrhundert absehen, das Urkundenarchiv überhaupt nicht systematisch geordnet worden. Die bei der Installierung der Oberstinnen von den kaiserlichen Kommissären jeweils vorgenommene Inventarisierung brachte immer nur eine fallweise Verzeichnung, aber keine dauernde sachliche Ordnung der Urkunden. Dazu ist es nun, wie es scheint, in der Zeit zwischen 1632 und 1668 gekommen, denn das am 21. April 1668 von den Regiments- und Klosterräten Johann Paul Freiherrn von Kaiserstein und Dr. Oswald Hartmann und dem Klosterratssekretär Dr. Ferdinand Hentaller für die Oberstin Theresia Eisenreich angelegte Inventar enthält den kurzen Hinweis: "Brieffliche Urkunden; seind vermög eines absonderlich in geschrieben Pergamen gebundenen Registers ordentlich specificiert, allermassen selbiges des closters hoffmaister in handen hatt". (Ebendort, Nr. L 8.) Dieser Vermerk, der von nun an in allen erhaltenen Inventaren fast unverändert wiederkehrt, bezieht sich auf das wahrscheinlich zwischen 1632 und 1668 entstandene älteste Archivrepertorium von St. Laurenz. Es ist nach der Aufhebung leider verlorengegangen. Die Ordnung, der es seine Entstehung verdankte, hat auch - wie schon erwähnt - auf einzelnen Urkunden deutlich erkennbare Spuren hinterlassen. Wahrscheinlich war das Repertorium ein Stückverzeichnis, bestehend aus fortlaufend numerierten, sachlich gruppierten knappen Regesten. Seitdem ist die innere Einteilung des Archivs von St. Laurenz noch mehrmals geändert worden. Erhalten sind uns noch drei Archivinventare des 18. Jahrhunderts. Das erste ist das am 3. Jan. 1735 angelegte "Inventarium oder Beschreibung deren in dem löbl. Closter bey St. Lorenz in Wienn angehörigen Archiv befindlichen Brieffschafften oder schrüfftlichen Instrumenten". (Ebendort, Nr. L21.) Das Archiv (Urkunden und Akten) war damals in einem Schubladkasten A und in zwei Kasten B und C aufbewahrt. Im Schubladkasten lagen die in 16 Gruppen eingeteilten Urkunden, außerdem eine Menge "neu inventierter Schrifften", Akten verschiedensten Inhaltes, die auch noch die Kasten B und C füllten.Die hier niedergelegte Ordnung ist weitgehend beibehalten und zum Teil weitergeführt in dem am 4. Okt. 1748 entstandenen "Inventarium oder Beschreibung deren in dem löbl. Closter bey St. Laurenz in Wienn angehörigen Archiv befindlichen Brieffschafften oder schrüfftlichen Instrumenten, so beschriben worden unter der Regierung der hochwürdig-hochedlgebohrnen Frauen Magdalena von Lautterburg, Obristin bemelten closters, in Gegenwarth der Frauen Dechantin Amalia von Althann durch den dermaligen Closterhoffmaister Math. Nessason". (Ebendort, Nr. L23.) Die Beschreibung des Archivbestandes deckt sich bei den Archivnummern 1-64 vollkommen mit dem Inventar von 1732, nur fehlt die übersichtliche Gruppeneinteilung; unter den folgenden Nummern 65-428 sind Aktengruppen mannigfachen Inhaltes ohne systematische Ordnung angereiht.

    Die Nummern der beiden Inventare finden sich als Signaturen auf den Urkunden und Aktenstücken nicht vor.Das letzte Archivinventar vor Aufhebung des Klosters ist das "Repertorium über die in dem löblichen Stift und Frauencloster bey St. Lorentz in Wienn angehörigen Archiv befündliche unterschidliche Schriften und andere Documenta, welches unter Regierung ihro Hochwürden und Gnaden Frauen Maria Paula Höllerin, würdigsten Oberin, dann Frauen Amalia von Althann, Dechantin, von dem bestelten Closter-Agenten Frantz Johann Thanabaur und Mathias Nessasson, dermahligen Hoffmaistern, aufgericht worden im Jahr 1753". (StA., Hs. Böhm Suppl. Nr. 186.) Die Voraussetzung für die Entstehung dieses Repertoriums war eine durchgreifende Neuordnung des ganzen Archivs. Jetzt erst finden wir den gesamten Bestand sinngemäß in Sachgruppen zerlegt (siehe den Auszug in Beilage 2). Freilich ist die Verzeichnung der einzelnen Urkunden oder Aktenfaszikel oft nicht allzu genau und erreicht vornehmlich bei den ersteren nicht die Sorgfalt des Inventars von 1620. Im Gegensatz zu den früheren Inventaren sind die einzelnen Archivstücke innerhalb einer jeden Abteilung (die bei Kasten A jeweils einer Schublade entspricht) nicht mehr mit Ziffern, sondern mit Majuskelbuchstaben bezeichnet. Diese Signaturen (Kastenbuchstabe, Ladenziffer und Stückbuchstabe) finden wir nun auch auf den Urkunden und auf zahlreichen Aktenstücken wieder. Eine Trennung zwischen Prälatur- und Wirtschaftsarchiv ist hier nicht durchgeführt, wenngleich das letztere im wesentlichen den Inhalt der Kasten B und C bildete. Das Repertorium wurde von jüngeren Händen weitergeführt; die darin niedergelegte Ordnung blieb hinfort unverändert. Nach der Durchführung der Aufhebung am 24. Sept. 1783 blieb das Archiv zunächst unter Sperre. Ein am 20. Dez. 1783 von den Beamten der Kameraladministration angelegtes Inventar schildert den äußeren Zustand des Archivs folgendermaßen: "Archiv: dieses ist mit einer eisernen Thüre und inwendig mit gleichen Fensterbalken versehen, in welchem 4 weiche Kasten mit Thüren und 1 mit Schubladen, 1 weiche Stelle mit Fachen, 1 harte hölzerne Kassentruhe nebst allerhand Prozeßackten, Stiftbriefen und Bestandkontrakten, 3 grosse Chorbücher, 1 grüner Tragsessel für die Kranken; item befinden sich darinn 2 Kästel mit Schriften und Privilegien, welche von der Stadelauer Gemeinde zur Aufbewahrung dahin übergeben worden sind; befindet sich unter der Sperre." (WStA., Klosterakten St. Laurenz (Kameraladministration), olim Fasz. 82.)Schon am 19. Okt. 1783 hatte die niederösterreichische Regierung den Regierungssekretär Philipp Schwab beauftragt, sobald das Kloster von den Nonnen geräumt sein würde, das Archiv in die Regierungsregistratur zu übernehmen und mit seiner Sortierung zu beginnen. (Zitiert im Bericht Schwabs an die niederösterr. Regierung, 1783 Dez. 27. AfNÖ., C 131: ad Nr. 2775 de 1784) Aber ehe es noch dazu kam, wurde das Archiv schon in zwei Teile zerrissen. Bereits am 2. Febr. 1784 verlangte der Kameraladministrator Holzmeister von dem Aufhebungskommissär Wallenfeld die Archivschlüssel. (WStA., w. o., Nr. 1 ad Nr. 22 St. Lorenz 1784.) Im Anschluß daran scheint nun von den Beamten der Kameraladministration aus dem Archiv alles das fortgeschafft worden zu sein, dessen sie für die Verwaltung der Güter zu bedürfen glaubten. Das Verzeichnis dieser Archivalien ist das noch erhaltene "Repertorium über die in dem aufgehobenen Frauen Kloster bey St. Lorenz in Wienn angehörigen Archiv befindliche unterschiedliche Schriften und andere Documenta". (WStA., Acc. Nr. 3108.) Dieses Repertorium enthält 107 Urkunden und Aktenbündel, die in 16 Faszikel geteilt sind, und 18 Grundbücher. Die ersten 8 Faszikel entsprechen genau einzelnen Abteilungen des Repertoriums von 1753, und zwar: Fasz. 1 (Nr. 1-24): Kasten A, Schublade Nr. 2. - Fasz. 2 (Nr. 25-39): Kasten A, Schublade Nr. 3 und Nr. 4 (Wiesen). - Fasz. 3 (Nr. 40-59): Kasten A, Schublade Nr. 4 (Weingärten und Waldungen). - Fasz. 4 (Nr. 60-64): Kasten A, Schublade Nr. 5. - Fasz. 5 (Nr. 65-82): Kasten A, Schublade Nr. 6. - Fasz. 6 (Nr. 83-115): Kasten A, Schublade Nr. 7 (sowie die im Repertorium von 1753 nicht eingetragenen Bestandkontrakte 1753-1783). - Fasz. 7 (Nr. 116-143): Kasten A, Schublade Nr. 8. - Fasz. 8 (Nr. 144-152): Kasten A, Schublade Nr. 23. - Fasz. 9-11 enthalten die Kontributions- und Rentamtsrechnungen 1750-1777; Fasz. 12 und 13 die Hofmeisterrechnungen 1769 bis 1779; Fasz. 14 die Baurechnungen 1727-1772; Fasz. 15 verschiedene Rechnungen; Fasz. 16 Rechnungsauszüge. Die 18 "Urbaria und Grundbücher" waren dem Kasten B, 1. Abteilung, entnommen.Der im Laurenzerkloster zurückbleibende Bestand, nämlich die Gruppen: Kasten A: Schublade Nr. 1, 9-22, Kasten B: 1. Abteilung, Nr. 18-26, 2.-4. Abteilung, und Kasten C gelangten jedenfalls nach dem am 1. März 1784 erfolgten Abzug der Nonnen in das Klosterarchivdepositorium zu St. Nikolaus und von dort 1785 in die niederösterreichische Regierungsregistratur. Erst 1788 wurden sie unter der Leitung Franz von Wallenfelds neu geordnet (AfNÖ., Fasz. C28, Nr. 118.) und in folgendes System gebracht:A. Oeconomica...........37 Stück G. Gestiftete Messen.......................26 StückB. Kaufbriefe.................5 " H. Päpstliche Bullen.........................45 "C. Testamente............41 " I. Rechnungen...............................145 "D. Prozesse................10 " K. Privaturkunden...........................130 "E. Obligationen...........17 " L. Rejicienda......................................35 "F. Stiftbriefe................ 27 " --------------------- Zusammen 518 StückEin innerhalb der einzelnen Gruppen chronologisch geordnetes Stückverzeichnis, dessen Entwurf wohl auf Schwab zurückgeht, die "Consignation aller (!) in dem Archiv des Nonnenstifts zu St. Laurenz befindlichen Documente", findet sich als Abteilung A im zweiten Bande des "Hauptbuches" (StA., Klosterakten, Duplikaten- oder Hauptbuch II A (fol. 1-63)), ferner wurde über den Bestand ein ziemlich genauer Index angelegt. (WStA., Acc. Nr. 3108.) Die Archivalien wurden in Faszikel gebunden und bildeten fortan die Fasz. 101 bis 106 des sogenannten "Klosterratsarchivs". (Vgl. StA., Rep. V (AB. 357), fol. 86-89.) Freilich war der Bestand noch weiteren Schmälerungen ausgesetzt. Vor allem scheint die Kameral-(später Staatsgüter-) Administration noch eine erhebliche Anzahl von Aktenstücken erhalten zu haben, einzelne Urkunden kamen auch in die Lehenregistratur.Im Rahmen der Aktion Chmels zur Erwerbung der Klosterurkunden für das StA. kamen am 9. April 1836 auch 72 Urkunden des Archivs von St. Laurenz aus der Kameralgefällen-Verwaltung an das StA. (Reg. d. StA. 22/1836). Es sind dies die Nummern 9, 25-29, 31-37, 39, 41, 42, 44, 45 (2), 50-53, 55-58, 61, 62, 64-66, 68, 70, 71, 73, 75, 76, 81, 86, 119, 121-142 und 144 des oben erwähnten "Repertoriums" von 1784; auf den Urkunden sind die Nummern deutlich zu erkennen. Alle anderen damals an die Kameraladministration gekommenen Stücke, mit Ausnahme einiger Grundbücher, die dann 1846 von der Kameralgefällen-Verwaltung an das StA. abgegeben wurden (Reg. d. StA. 62/1846), müssen heute als verloren bezeichnet werden.Die am 22. April 1844 erfolgte Archivalienauslieferung aus der sogenannten "Klosterratsregistratur" der niederösterreichischen Regierung an das StA. erstreckte sich auch auf die dort noch vorhandenen Archivalien von St. Laurenz (Fasz. 101-106). Von den 1788 geordneten Stücken waren damals noch 354 Stücke vorhanden.Eine heute nicht mehr feststellbare Anzahl von Urkunden (meist solche aus dem ehemaligen Archiv von St. Maria Magdalena) war zwischen 1788 und 1844 aus unerklärlichen Gründen in die niederösterreichische Lehenregistratur (Lehenstube) gekommen. Einzelne davon hatte Chmel von dort in seinen letzten Lebensjahren für sich entlehnt - sie fanden sich in seinem Nachlaß vor -, andere lagen 1859 noch an Ort und Stelle. Am 14. Juni dieses Jahres wurden nun diese Urkunden in das StA. übernommen. (Reg. des StA., Nr. 103/1859.) Eine einheitliche Repertorisierung haben die Archivalien von St. Laurenz im StA. nicht erfahren. Die Einlieferungen von 1836 waren im Rep. IV (AB. 379/1) eingetragen, die 1844 übernommenen Urkunden und Akten in Rep. V (AB. 357) - die Urkunden später im Rep. ad IV (AB. 379/2) -, die Einlieferungen von 1859 im Rep. II (AB. 378/1-3).Die Arneth'sche Auslieferung von 1872 zerriß den erhaltenen Archivbestand von St. Laurenz neuerlich in zwei Teile. Die 1844 erhaltenen Faszikel wurden nach Ausscheidung der Pergamenturkunden und Geschäftsbücher an das Archiv der Stadt Wien abgetreten. (Reg. des StA., Nr. 130/1872.) Beim Archivalientausch vom 6. Febr. 1933 wurden auch die Handschriften Böhm. Suppl. Nr. 146, 174, 179, 180, 191, 241, 270, 280, 354-356 sowie der Wallenfeld'sche Archivindex von 1798 dem Archiv der Stadt Wien überlassen.Beilage 1.Bericht der Klostervisitatoren der niederösterreichischen Regierung über die Archive von St. Laurenz und St. Maria Magdalena. (StA., Hs. Böhm Suppl. 445/11, fol. 462f.)Junckhfrawen clöster Sannd Laurenczen unnd Maria Magdalena zu Wienn, so unirt unnd zusammen gethan. Ist die römisch khu. mt. etc. vogtherr.Nach abhorung der hochernennten khu. mt. etc. verferttigten credenntzbrief hat unns fraw Katharina ain gepornne von Spanngstain diser zeit Oberistin, zu versteen geben, wie der stifftbrief vor lanngen jaren durch kriegsleuf von des gotshauß hannden khumen sein soll, allain sein uns nachvolgende brieflich urkhunden furgelegt worden:erstlichen ain schermbbrief von khunig Fridreichen etc. ausgeunt über all des gotshauß leut, gründt und gueter, des datum Neunburg, den 8 tag Septembris im 1327 jar. (Nicht erhalten.)mer ain gabbrief umb 60 nakhende fueder salcz aus dem ambt zu Haalstat von herczogen Otten etc. ausgeundt, des datum Wienn, am Pfincztag nach Inventionis Sancte Crucis im 1328 jar. (Nicht erhalten.)noch ain schermbbrief über das gotshauß, von herzog Ruedolffen etc., des datum Wienn am Mittichen vor sannd Gilgentag im 1350 jar. (Nicht erhalten.)aber ain schermbbrief von herczog Ernnsten etc., des datum stet Wienn, am Freytag vor dem heiligen Auffarttag im 1408 jar. (1408 Mai 18, Original, StA., Urk. Rep. ad IV (AB. 379/2))verrer ain schermbbrief von herzog Leopolden, des datum Wienn, am Freytag nach S. Augustins tag im 1410 jar. (1410 Aug. 29, Original, ebendort.)item ain schermbbrief von herczog Albrechten, des datum Wienn, am Pfincztag vor Judica in der Vasten im 1412 jar. (1412 März 17, Original, ebendort.)weitter ain confirmation von herczog Albrechten etc. umb 60 nakhennde fueder salcz, des datum Wienn an S. Michels tag, im 1458 jar. (Nicht erhalten.)ain khaufbrief umb das holcz, so von weillennd khaiser Fridreichen hochlöblichen gedächtnüssen erkhaufft worden, des datum stet Neustat an Sannd Pangräczen tag im 1465 jar. (Nicht erhalten.)aber ain khaufbrief über die akher zu Töbling, so das gotshauß von den frawen zu Tulln erkhaufft unnd purkhrecht von den Reinlenndern entnomen darumben ain wohenliche meß verricht mueß werden, des datum Tulln, im 1468 jar. (1468 Nov. 25, Original, ebendort, Rep. IV (AB. 379/1))mer ain freybrief umb 24 joch akher, von khaiser Fridreichen hochlöblichen gedächtnüssen, des datum Neustat, am Sambstag vor S. Thomas tag des heiligen Zwelfpoten, im 1467 jar. (Nicht erhalten.)verrer ein schermbbrief und confirmation von weillend khaiser Fridreichen etc. hohlöblichen gedächtnuß über all des gotshauß leut, grundt und gueter, auch der 60 nakhennden fueder salcz von Halstat, des datum am Freytag nah S. Lucien tag im 1458 jar. (Nicht erhalten.)ain schermbbrief von weillend frawen frawen Khatarina herczoginn zu Österreich etc. des datum im 1409 jar den Montag nach Mitter Vassten. (1409 März 18, Original, ebendort, Rep. ad IV (AB. 379/2))ain confirmation von (khunig) Ferdinando (erczhertzogen zu Österreich etc., diser zeit römischer khunig und regierunder lanndffurst) über all des gotshauß gueter und freyhaitten, des datum Neustat den 17. tag Novembris im 1522 jar. (Nicht erhalten.)mer die verainigung unnd unierung baider closter Sannd Laurennczen unnd Magdalena von obbernennter khu. mt. etc. der datum Wienn, 1533 jar. (Nicht erhalten.)item ain bewillig brief von hochgedachter khu. mt. etc. ausgeundt, den Awhof umb ain summa gellts zu verseczen, des datum Wienn am 24 tag May im 1541 jar. (Nicht erhalten.)volgen die brieflichen urkhunden, so zu S. Maria Magdalena closter gehört haben:erstlichen ain bestätbrief von khunig Rudolffen, des datum stet Wienn, den 13. tag Januarii, im 1278 jar. (Nicht erhalten.)item ain frey- unnd gabbrief umb 60 nakhende fueder saltz von hertzog Albrechten, des datum stet Wienn, an dem heiligen Auffart abent, 1343 jar. (Nicht erhalten.)mer ain freybrief von hertzog Albrechten etc. umb den zehennt zu Leubendorf, des datum Wienn, am mitwochen vor Sannd Johanns tag, im 1368 jar. (1368 Juni 21, Original, ebendort, Rep. IV (AB. 379/1))item ain stifftbrief von der frawen Hollekherin umb den zehennt zu Ottentall auf ainen ebigen jartag, des datum Wienn, am Mittichen nach Reminiscere, im 1470 jar. (1470 März 21, Original, ebendort.)noch ainen lehenbrief umb den zehennt zu Ottentall von khaiser Maximilian hochloblichen gedächtnuß etc., des datum Wienn, den 26. Octobris, im 1517 jar. (1517 Okt. 26, Original, ebendort.)gleicherweiß ain lehenbrief über obberurten zehenndt von khunig Ferdinannden, des datum Neustat, den 23. tag Septembris im 1522 jar. (1522 Sept. 23, Original, ebendort.)aber ain khaufbrief umb den zehennt zu Hüttenndorff, des datum, Wienn, 1335 jar. (1335 Juni 24, Original, ebendort.)verrer ain lehen- unnd bestätbrief über den zehent zu Hüttenndorf von bischof Albrechten zu Passaw, des datum Wienn, am phintztag vor Allerheiligen tag, im 1338 jar. (1338 Okt. 29, Original, StA., Urk. Rep. IV (AB. 379/1))ain gab- und stifftbrief von frawen Margarethen Gerlassin umb 10 Schilling Pfennig gellts zu Obern Sibenprunn, des datum Wienn, an Sannd Bartimes tag, im 1307 jar. (Nicht erhalten.)item ain bestätbrief der ordinarii, als man das convent in S. Laurentzen closter verordent hat, in ain convent, des datum am tage Maria Magdalene, 1533 jar. (1533 Juli 22, Original, ebendort, Rep. ad IV (AB. 379/2))weitter ain khaufbrief umb 20 joch akher bey S. Ulrich, des datum Wienn an S. Ulrichs tag, im 1423 jar. (Nicht erhalten.)ain khaufbrief umb 11 tagwerch wismat zu Erlach und Wildndorf, von Caspar Hahenwartter, des datum Wienn, den 17 Aprilis, im 1520 jar.item ain khaufbrief über den Awhof von des Bartlme Schalautzer Schwester, des datum Wienn, am Phintztag nach Allerheyligen tag, im 1518 jar. (Nicht erhalten.)Auszug aus dem Archivinventar des Klosters St. Laurenz 1753. (StA., Hs. Böhm Suppl. 186.)Casten A: Schublaad Nr. 1: Geistliche Sachen und Ablaß (lit. A-Eee), Schublaad Nr. 2: Die Häußer betr. (lit, A-Y), Nr. 3: Ackher und Wißen betr. (lit. A-G), Nr. 4: Wüßen (lit. A-P); Waldungen (lit, A-D), Nr. 5: Daß Gottes Heyl Salz betr. (lit. A-G); Landschaffts Sachen (lit. A-F), Nr. 6: Zehent Sachen (lit. A-0), Nr. 7: Unterschidliche Bestand Brieff und Contract (lit, A-G), Nr. 8: Lehen Brieff umb den Zehent zu Kroyßsenbrun (lit. A-Cc), Nr. 9: Inventaria und Instructiones, wie auch Installation einer würdigen Frauen (lit A-X), Nr. 10: Geistliche Statuta (lit. A-O), Nr. 11: Vergleich, Contract und Testamenter der verstorbenen Schwestern (lit. A-J), Nr. 12: Vergleich, Contract und Testamenter, die sich der Zeit annoch in Leben befündenten Schwestern betreffend (lit. A-Bb), Nr. 13: Profess Brieff deren verstorbenen Schwestern nebst Juramenten deren würdigen Frauen (lit. A-M), Nr. 14: Professions Brieff deren derzeit lebenden Chor Schwestern, nebst denen Tauff Zetteln (lit, A-Ccc), Nr. 15: Professions Brieff deren derzeit lebenden Leyen-Schwestern (lit. A-X),„ Nr. 16: Stüft Brieff zur Unterhaltung armer Schwestern (lit. A-N), Nr. 17: Stüft Brieff auff heyl. Mesßen (lit. A-U), Nr. 18: Stüft und andere Brieff das Closter und Kirchen betr. (lit. A-N), Nr. 19 et 20: Verschüdene Original-Obligationes, Nr. 21: Contracten von bezalten Cappitallien wie auch Instruction für einen Hoffmaister, 2 Canzley-Repartorien, ein Wirtschaffts-Inventarium, Nr. 22: Interesse-Quittungen, wie auch Testamenter von weltlichen Persohnen (lit. A-E), Nr. 23: Unterschidliche Schrüfften, umb welche in das Repertori einzusehen ist (lit. A-I). [bis 26).Casten B: erste Abtheillung: Grundbüecher und andere Protocolla (Nr. 1 anderte Abtheillung: Closters und Hoffmaisters Rechnungen (Nr.28-40). Casten C: erste Abtheillung: Körner und Wein Zehent Register (no. 40-44), anderte Abtheillung: Process Sachen (Nr. 45-87), dritte Abtheillung: Unterschidliche Schrifften (Nr. 93-98).

  5. Folgende Ausführungen zur Stifts- und Bestandsgeschichte sind aus:
  6. Walther Latzke: Die Klosterarchive, in: Inventare österreichischer staatlicher Archive. V. Inventare des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs. 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs. Dritter Band des Gesamtinventars. Wien: 1938, S. 571-583.

  7. Benützte Editionen/Regestenwerke
  8. HHStA, Repertorium XIV/1 und XIV/4.