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FondWien, Augustiner (1333-1467)
  1. Stiftsgeschichte
  2. Bei dem einst berühmten Ordenshaus bei der Hofkirche Sankt Augustin zu Wien, gegründet 1327 von Friedrich III., (DAW Augustiner Wien I: 1817, 1829, 1832, 1836; Hormayr, Wien II/2 (Wien 1825), S. 14; Kopallik, S. 210; Schweickhardt Wien III, S. 128f. (hier besonders auch über die Kunstsammlung) bestand seit 1783 eine Stadtpfarre. Der Konvent zählte ehemals 86 Mitglieder, doch durften nach der Regulierung nur mehr 30 verbleiben; 1825 aber berichtet Hormayr: "in wenigen Jahren werden die Augustiner ganz aussterben, die bereits bis auf vier Greise geschmolzen sind." Da das große Klostergebäude in weiten Teilen schon längst unbenützt stand, wurde 1816 hier das Frintaneum untergebracht, das von dem Hof- und Burgpfarrer und späteren Bischof von St. Pölten Jakob Frint gegründete "Höhere Weltpriester-Bildungsinstitut zum hl. Augustin in Wien". 1829 erhielt auch die Hofbibliothek einige Räume des Klosters zugewiesen. Damals wurden die bedeutenden Sammlungen des Klosters aufgelassen, darunter Kunstwerke von hohem Wert, ein physikalisches Kabinett und auch die Bibliothek; den Großteil der Bücher übernahm das Frintaneum, der Rest war zum Verkauf bestimmt. 1832 bestand der Konvent nur mehr aus fünf Patres und drei Laienbrüdern; von den Priestern aber war einer Aushilfsgeistlicher in Gablitz und drei lebten bei den Barmherzigen Brüdern. 1836 bat daher der letzte Augustiner, Michael Böck, Prior und Kooperator zugleich, um Pensionierung, und mit allerhöchster Entschließung vom 21. November 1836 wurde das Kloster aufgelöst.

  3. Bestandsgeschichte
  4. Am 4. Febr. 1575 befahl Erzherzog Karl als Statthalter der niederösterreichischen Lande den Klosterräten die Beschreibung aller Privilegien, Urbare und "brieflichen urkunden" im Augustiner-, Minoriten- und Dominikanerkloster zu Wien. (Quellen zur Geschichte der Stadt Wien I. Abt., I. Bd. Nr. 1153.) Bei den Augustinern wurde laut Bericht vom 2. Juni 1575 der Auftrag durchgeführt. (Ebendort Nr. 1153.)Aus der Bibliothek des Hofklosters der barfüßigen Augustiner an der Burg zu Wien stammen zwei 1830 erworbene Handschriften der Sammlung des StA., deren langjährige Aufbewahrung bei den Patres Augustinern sich wohl aus den lebhaften Beziehungen erklärt, in denen dieses Kloster zum kaiserlichen Hof gestanden ist. Es sind die Bände Böhm 154, betitelt Varia manuscripta, enthaltend Austriaca und Habsburgica des 16. und 17. Jahrhunderts, und Böhm 1043, die Beschreibung der Prager Erbhuldigung und Königskrönung von 1723, verfaßt von dem Hofbuchhalter Joh. Adam von Heintz. Auf die beabsichtigte Versteigerung dieser Manuskripte war die Archivdirektion durch den Hofbibliothekskustos Kopitar im September 1830 aufmerksam gemacht worden und hatte sie mit Ermächtigung der Staatskanzlei "um den möglichst kleinen Preis" erworben. Sie wurden unmittelbar der Handschriftensammlung einverleibt.Aus dem Klosterarchiv der beschuhten Augustiner de larga auf der Landstraße in Wien befand sich ein einziger Band in der Sammlung. Es war der Codex Suppl. 224, ein Kopialbuch des 18. Jahrhunderts, eingeliefert mit den Klosterrats-Archivalien 1844. 1933 wurde er an das Archiv der Stadt Wien abgegeben.

  5. Folgende Ausführungen zur Stiftsgeschichte sind aus:
  6. Gerhard Winner: Die Klosteraufhebungen in Niederösterreich und Wien. Wien, München: 1967, S. 281f.

    Fritz Antonius: Die Handschriftenabteilung bzw. Walther Latzke: Die Klosterarchive, in: Inventare österreichischer staatlicher Archive. V. Inventare des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs. 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs. Dritter Band des Gesamtinventars. Wien: 1938, S. 150, 227 und 322.

    Alfons Zák: Österreichisches Klosterbuch. Statistik der Orden und Kongregationen der katholischen Kirche in Österreich. Wien, Leipzig: 1911, S. 205.

  7. Benützte Editionen/Regestenwerke
  8. HHStA, Repertorium XIV/1 und XIV/4.