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FondSeckau, Augustiner-Chorherren (1170-1489)
  1. Stiftsgeschichte
  2. Seckau (Canonia Seccoviensis) in Obersteier bei Knittelfeld. Gegründet 1140 von Adelram von Waldeck für Chorherren und Chorfrauen, die aus Salzburg genommen wurden, ursprünglich zu St. Marein bei Feistritz, 1143 aber weiter nordwärts nach Seckau verlegt, wo sich bald ein Gotteshaus zu Maria Himmelfahrt erhob, das im wesentlichen bis heute erhalten geblieben ist. Feistritz blieb als Pfarre dem Stifte erhalten. Das Stift war ein bedeutender kultureller Mittelpunkt. Neben der berühmten Schule bezeugt dies das älteste deutsche Marienlied (um 1170) und die durch Volksgesang belebte Seckauer Liturgie. Im Jahre 1219 errichtete der Salzburger Erzbischof Eberhard II. in Seckau ein neues Bistum, bestimmte das Chorherrenstift als Domkapitel ohne irgendeine Schmälerung der Stiftsgütger, die Stiftskirche als Kathedrale und das Stift selbst als Sitz des Bischofes, dessen Ernennungsrecht er sich vorbehielt. Jedoch die Bischöfe bauten sich auf dem Leibnitzer Berge ein Schloß (Seggau) als Residenz und kamen nur zu gottesdienstlichen Verrichtungen ins Domstift. 1219-1786 waren die Seckauer Bischöfe zugleich Salzburger Generalvikare für Steiermark, seit 1218 besitzen sie die Fürstenwürde.

    So sehr diese Rangerhöhung zum Ansehen des Stiftes beitrug, war sie doch auch eine Quelle häufiger Zwiste wirtschaftlicher Natur zwischen Bischof und Kapitel. Im Spätmittelalter blühte in Seckau die Kunst, und während der Gegenreformation taten sich die Seckauer Bischöfe als Streiter für die katholische Sache hervor. Damals erlebte das Kloster eine Glanzzeit, Erzherzog Karl von Innerösterreich ließ sich hier 1587 das herrliche Mausoleum errichten. In der Folge erfuhren die Stiftsgebäude einen großzügigen Neubau in frühbarocken Formen. Da das Geld nicht reichte, blieb der Dom vom Umbau verschont.Im Jahre 1686 erschien in der Steiermark eine anonyme, wahrscheinlich von einem Geistlichen herrührende Denkschrift (...), in der die Anregung gegeben wird, von jedem Orden ein bis zwei Klöster aufzuheben und ihr Vermögen zur Fortsetzung des Türkenkrieges zu verwenden. Auch das Chorherrenstift Seckau wird u.a. hierfür vorgeschlagen.

    Das blühende Chorherrenstift wurde 1782 von Kaiser Joseph II. aufgehoben und vom Religionsfonds eingezogen. Die Stiftskirche wurde zur Pfarrkirche bestimmt, die alte Pfarrkirche gesperrt. Das Bistum Seckau erhielt ein neues Domkapitel und übersiedelte 1786 mit dem Fürstbischofe nach Graz, nur der Titel Seckau blieb über. Das Stift Seckau besaß die Herrschaften Hauzenbühel, Seckau samt Markt und Witschein, in Graz den sogenannten Seckauerhof (jetzt fürstbischöfliche Residenz); der Propst war seit 1352 infuliert. 1883 wurde das alte Stift vom Benediktinerorden der Beuroner Kongregation übernommen und restauriert.

  3. Bestandsgeschichte
  4. 1564 wurden die nach Bistümern und Klöstern benannten Abteilungen des Wiener Schatzgewölbes im Hinblick auf den praktischen Wert der Urkunden nach territorialen und dynastischen Gesichtspunkten zwischen dem Kaiser und Erzherzog Karl geteilt. Die Abteilung Seckau kam hierbei zur Gänze nach Graz.Zwischen 1783 und 1786 kamen die Urkunden der Augustiner-Chorherren zu Seckau an die Hofbibliothek, wo man sie von 1786-1790 gemeinsam mit vielen anderen Urkundenarchiven inventarisierte. 1811 gelangten sie an das StA., wo man bald darauf Abschriften von ihnen anfertigte. HHStA, Repertorium XIV/1 und XIV/2.

  5. Quellen der Stifts- und Bestandsgeschichte
  6. Paul Kletler: Die Urkundenabteilung bzw. Walther Latzke: Die Klosterarchive, in: Inventare österreichischer staatlicher Archive. V. Inventare des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs. 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs. Dritter Band des Gesamtinventars. Wien: 1938, S. 25, 125, 305f. und 351f.

    Floridus Röhrig: Alte Stifte in Österreich. Band II: Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol, Vorarlberg. Wien, München: 1967, S. 21.

    Alfons Zák: Österreichisches Klosterbuch. Statistik der Orden und Kongregationen der katholischen Kirche in Österreich. Wien, Leipzig: 1911, S. 42.