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FondSalzburg, Suffraganbistum Chiemsee (1271-1697)
  1. Stiftsgeschichte
  2. Geschichte des Bistums Chiemsee Das im Jahr 1215 von Erzbischof Eberhard II. von Salzburg eingerichtete Bistum Chiemsee bildete einen kleinen Sprengel innerhalb des Gebietes des Erzbistums Salzburg. Auf Grund seiner besonderen Stellung als Salzburger Eigenbistum blieb es bis zu seiner Aufhebung 1806 immer in der direkten Verfügungsgewalt der Salzburger Erzbischöfe. Da die Bischöfe von Chiemsee vom Salzburger Erzbischof ernannt wurden, handelte es sich dabei durchwegs um Vertrauensleute der Erzbischöfe, die in geistlicher Hinsicht als Weihbischöfe und in weltlicher Hinsicht als wichtige Verwaltungsorgane des Erzbischofs fungierten. Literatur: Engelbert Wallner, Das Bistum Chiemsee im Mittelalter (= Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Stadt und des Landkreises Rosenheim 5), Rosenheim 1967. Erwin Naimer, Das Bistum Chiemsee in der Neuzeit (= Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Stadt und des Landkreises Rosenheim 11), Rosenheim 1990.

  3. Bestandsgeschichte
  4. Das Archiv der Bischöfe von Chiemsee (Bestandsgeschichte) Durch die enge Verbindung zum Salzburger Erzbischof erklärt es sich auch,dass die Chiemseer Bischöfe durchwegs weniger in ihrer Diözese in Herrenchiemsee sich aufhielten, sondern vielmehr im sogenannten "Chiemseehof" in der Stadt Salzburg ihren Lebensmittelpunkt hatten. Dort befand sich auch das Archiv der Chiemseer Bischöfe, deren Einkünfte durch einen ansehnlichen Grundherrschaftsbesitz sicher gestellt wurde. Nachrichten über das Archiv der Chiemseer Bischöfe sind nur wenige überliefert. Es befand sich jedenfalls in ihrer Salzburger Residenz, dem Chiemseehof in der Salzburger Altstadt. In den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts wurde auch das Chiemseer Archiv gemeinsam mit den domkapitlischen Unterlagen zur Sicherung vor der Feindesgefahr geflüchtet, so 1797 nach Mühldorf und 1800/1801 über Klagenfurt nach Gurk. Anders als das erzstiftische und das domkapitlische Archiv blieb das Archiv der Chiemseer Bischöfe nach der Angliederung Salzburgs an Österreich 1806 unbeachtet in Salzburg zurück. Zwar fiel auch das Bistum Chiemsee der österreichischen Säkularisation mit 1. 1. 1807 zum Opfer, jedoch konnte der letzte Chiemseer Bischof Sigmund Christoph Graf von Zeil und Trauchburg seine Wohnung im Chiemseehof behalten, wodurch auch das Archiv dort verblieb. Erst mit der Eingliederung Salzburgs in das Königreich Bayern 1810 kam es zur Zersplitterung dieses Archivs. Der Großteil des nicht sonderlich umfangreichen älteren Urkundenarchivs wurde dem Territorialprinzip folgend nach München abgeführt, in Salzburg blieb zunächst die grundherrschaftliche Registratur zurück, da der Großteil des früheren grundherrschaftlichen Besitzes im Land Salzburg gelegen war. Bereits ein Jahr später wurde von der bayerischen Verwaltung der Antrag gestellt, die seit vier Jahren verschlossene Registratur des Hofrichteramtes Chiemsee im Chiemseehof ausscheiden und das wertlose Material der Papiermühle zuführen zu dürfen; da diesem fatalen Ansuchen statt gegeben wurde, ist ein wesentlicher Teil des Chiemseer Archivs unwiederbringlich verloren gegangen. In Salzburg blieben nur einige Reste, die sich vermutlich nicht im Verbund mit der Hofrichteramtsregistratur befunden haben, erhalten. Im Zug der Archivalienaustauschverhandlungen zwischen Bayern und Österreich seit 1816 kam es im Jahr 1823 zur Abgabe von 79 Chiemseer Urkunden, die ausschließlich nun österreichisches Gebiet betrafen, vom Reichsarchiv in München an das Staatsarchiv in Wien, wo diese zunächst auch in die große Allgemeine Urkundenreihe (AUR) eingegliedert wurden; erst in den letzten Jahren wurde ein eigener Urkundenbestand Chiemsee im Haus-, Hof- und Staatsarchiv des Österreichischen Staatsarchivs gebildet. Nun aber sollte es gelingen, die gesamte urkundliche Überlieferung der ehemaligen Bischöfe von Chiemsee unabhängig von ihrem heutigen Aufbewahrungsort, sei es in Wien, München oder Salzburg, im Monasteriumportal virtuell zusammenzuführen und somit der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.

  5. Folgende Ausführungen zur Stiftsgeschichte sind aus:
  6. B. Uhl, Die Salzburger Bestände im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, in: Mitteilungen für die Archivpflege in Bayern 23 (1977), S. 17.

    A. Mudrich, Das Salzburger Archivwesen, in: Mitteilungen des k.k. Archivrates II (1916), S. 29.

  7. Benützte Editionen/Regestenwerke
  8. Salzburger Urkundenbuch, bearb. v. Willibald Hauthaler und Franz Martin, Band II und III, Salzburg 1916 und 1918 (SUB). F. Martin, Die Regesten der Erzbischöfe und des Domkapitels von Salzburg, Band I-III, Salzburg 1928-1934 (MR).