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FondGars, Pfarre (1282-1535)
  1. Pfarrgeschichte
  2. Gars war ursprünglich eine slawische Siedlung (der Name wird vom Personennamen Gorek abgeleitet) und schon im 11. Jhdt. Zentrum des landesfürstlichen Besitzes nördlich der Donau; zeitweilig war es auch Residenz der Babenberger, und Leopold II (+ 1095 ) wurde hier in der Burgkapelle (hl. Pankratins) beigesetzt. Im 13. Jhdt. hatte der bedeutende Ort bereits Marktfunktion. Die gewiß noch im 11. Jhdt. entstandene Pfarre war eine Doppelgründung Gars-Eggenburg, die Pfarrechte lagen bei der Kirche zur hl. Gertrud von Nivelles unterhalb der Burg. Der Sitz der Pfarre, die 1135 bereits unter den Babenberger Eigenpfarren erscheint, hat zwischen Gars und Eggenburg oftmals gewechselt, im Spätmittelalter hatte Eggenburg zweifellos die größere Bedeutung; erst 1564 wurden beide Pfarren endgültig getrennt. In Gars entstand im 13. Jhdt. eine Marktkirche zu den hl. Aposteln Simon und Judas, die 1282 erstmals erwähnt wird und 1387 eine Stiftung auf eine tägliche Messe erhielt. Aufgrund des Patroziniums wurde vermutet, daß ihre Gründung schon in die Zeit Bischof Altmanns (+1091) zurückreiche, doch läßt die Lage der Kirche auf dem Marktplatz, der eindeutig dem 13. Jhdt. angehört, diesen Schluß nicht zu. Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges litt Gars sehr unter den Kriegshandlungen, und besonders die Marktkirche wurde sehr davon betroffen. Nach 1623 wieder aufgebaut, wurden die meisten gottesdienstlichen Punktionen wieder hier gehalten. Nur im Sommer und bei schönem Wetter, so wird 1660 berichtet, wurden die Sonn- und Feiertagsgottesdienste in die Gertrudskirche verlegt. Die Pfarre Gars ist heute liberae collationis.

    Gars hat sechs Tochterpfarren, davon sind Reinprechtspölla (1213) und Stiefern (um 1300) schon mittelalterliche Gründungen, Unterplank und Freischling waren seit dem 14. Jhdt. Vikariate, seit der Reformationszeit meist unbesetzt, 1783 aber endgültig selbständige Pfarren.

    St. Leonhard am Hornerwald wurde 1777, Tautendorf 1785 als eigene Pfarre abgetrennt. Heute gehören zur Pfarre der Markt Gars, .Buchberg und Kamegg - beide im Spätmittelalter mit eigenen Kaplänen versehen - Etzmannsdorf, Kotzendorf, Maiersch, Nondorf, Loibersdorf, Thunau mit der Gertrudskirche, heute Friedhofskirche, Wanzenau, Wolfshof, Zitternberg und Stallegg. In Gars bestand von 1854 bis 1962 ein Kloster der Redemptoristinnen mit einer Kirche zur Himmelfahrt Maria. Seit 1883 betreuen Barmherzige Schwestern nach der Regel des hl. Vinzenz von Paul einen Landeskindergarten (Kapelle mit Sanctissimumlizenz). In Gars bestehen noch die Bürgerspitalkapelle zum hl. Anton von Padua, 1688, eine Pestkapelle zum hl. Sebastian, 1680, und die prächtige Dreifaltigkeitssäule aus 1765.

    In der Burg Kamegg bestand schon im Mittelalter eine Ägidius-Kapelle, 1339 erstmals genannt und 1412 mit einem eigenen Kaplan besetzt. Im 16. Jhdt. verwaist, wurde später auch die Burg dem Verfall preisgegeben. Hart am Kamp und an der Straße nach Horn entstand um 1650 eine Bründl-Kapelle zu Mariä Himmelfahrt, die um 1700 durch einen hübschen Zentralbau erweitert wurde; das kleine Glockentürmchen ist 1701 bezeichnet. Hochaltar 1717 als Dank für das Erlöschen der Pest errichtet, mit einer Marienstatue aus dem 16. Jahrhundert.

    Die Schloßkapelle zur Kreuzauffindung in Buchberg ist schon im Mittelalter erwähnt, wurde mit dem Schloß im 16. Jahrhundert umgestaltet und 1874 neu eingerichtet und renoviert. Der neugotische Hochaltar hatte einst bedeutende gotische Temperabilder, doch ist davon wie auch von der anderen wertvollen Einrichtung nichts mehr erhalten.

    Maiersch hatte bereits im Mittelalter eine Kapelle mit einem Benefiziaten, in der Reformationszeit verfiel die Kirche und wurde erst 1853 -1855 neu erbaut, sie ist den heiligen Aposteln Philipp und Jakob geweiht. Ortskapellen mit Meßlizenz gibt es noch in Etzmannsdorf und Nondorf. (St. Pölten, 16. März 1970 G.W.)

  3. Bestandsgeschichte
  4. 1785 kamen Archivalien der landesfürstlichen Pfarre Gars an die Kameraladministration und wurden mit den dortigen Klosterarchivalien vereinigt.

    Das Pfarrarchiv wurde im Herbst 1969 an Ort und Stelle gesichtet und skartiert. Die Neuordnung erfolgte im Diözesanarchiv, von dem das Pfarrarchiv als Depot übernommen wurde; nur die Matriken verblieben im Pfarrhof Gars. (St. Pölten, 16. März 1970 G.W.)

  5. Quelle
  6. Folgende Ausführungen zur Pfarr- und Bestandsgeschichte sind aus:

    Walther Latzke: Die Klosterarchive, in: Inventare österreichischer staatlicher Archive. V. Inventare des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs. 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs. Dritter Band des Gesamtinventars. Wien: 1938, S. 345, 383 bzw. 658.

  7. Benützte Editionen/Regestenwerke
  8. HHStA, Repertorium XIV/4.