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FondEbersberg, Benediktiner (1247-1481)
  1. Stiftsgeschichte
  2. Im Jahre 934 hatten die Grafen Eberhard und Adalbero in Ebersberg ein Chorherrenstift gegründet, 1013 wurde es dem Benediktinerorden übergeben, der es bis 1595 innehatte. Am 19. Mai dieses Jahres hob Papst Clemens VIII. das ganz herabgekommene Kloster auf und wies seine Güter dem Münchener Jesuitenkollegium zu.(Albert Brackmann, Germania Pontificia I, S. 351.) Damit kamen auch die österreichischen Güter Ebersbergs an die Münchener Jesuiten. Der Besitz am Weidlinghofe ging zurück auf eine Schenkung Kaiser Heinrichs III., der 1055 dem Kloster die Güter Landersdorf und Weidling sowie Kirche und Dorf Absdorf im Langen Tal schenkte. (Keiblinger, Melk (1869) II/2, S. 65 ff. - MG., Diplomata V, S. 457.)

  3. Bestandsgeschichte
  4. Infolge des Verkaufes des Weidlinghofes an das Kremser Kollegium kamen dahin folgende Urkunden des Münchener Kollegiums: 1. 1247 s. d. Gundaker von Starhemberg (Storchenberch) schenkt dem Kloster Ebersberg seinen Zehent auf dem Weidlinghof. - 2. 1249 s. d. Konsens Bischof Rüdigers von Passau als Lehenherrn zu dieser Schenkung. - 3. 1288 Jan. 22. Albrecht, Pfarrer zu Ebing, schenkt dem Kloster Ebersberg einen Weingarten zu Unter-Rohrendorf. - 4. 1293 Sept. 27. Bruder Konrad von Hackenberg, Johannitermeister zu Mailberg, erkauft vom Kloster Ebersberg eine Hofstatt zu Rohrendorf (Radendorf). - 5. 1293 Sept. 29. Desgleichen. - 6. 1297 März 31. Gundaker d. J. von Starhemberg entsagt allen Ansprüchen auf den Zehent zu Weidlinghof. - 7. 1301 April 22. Leutold von Kuenring bezeugt den Verkauf des Hofes zu Schlickendorf von Friedrich dem Swantz an das Kloster Ebersberg. - 8. 1301 Nov. 25. Revers Friedrichs des Swantz über diesen Verkauf. - 9. 1303 Sept. 29. Konsens Herzog Rudolfs III. zu diesem Verkauf. - 10. 1312 April 24. Werner Ramung, Bürger von Stein, und seine Familie verpfänden dem Kloster Ebersberg ihr Haus zu Stein als Sicherstellung für den Zins vom Hofe zu Schlickendorf. - 11. 1312 April 24. Der Rat von Stein bestätigt diese Verpfändung. - 12. 1323 Okt. 16. Rudolf, Dechant zu Krems, bezeugt einen mit dem Kloster Ebersberg abgeschlossenen Vergleich über den Zehent zu Weidlinghof. - 13. 1324 Juli 22. Agnes Gräfin von Asperg und ihr Sohn Leutold von Kuenring bezeugen die neuerliche Verleihung des Hofes zu Schlickendorf vom Kloster Ebersberg an Werner Ramung. - 14. 1387 März 25. Das Kloster Ebersberg verkauft der Gemeinde Unter-Rohrendorf (Radendorf) 66 Joch Äcker vom Weidlinghof. - 15. 1388 Dez. 20. Hans der Vogl von Hadersdorf verkauft seinen Weingarten zu Gedersdorf dem Hofmeister des Weidlinghofes, Dietrich dem Chonspizz. - 16. 1396 Febr. 13. Diemut, Witwe Stephans des Hernchnechts, verkauft ihr Gut zu Hersdorf in der Manker Pfarre Eckhard dem Kälberharder. - 17. 1402 Jan. 8. Revers des Klosters Ebersberg über die von Hans Peck gemachte Widmung eines Weingartens zu Unter-Rohrendorf zu einer Jahrtagstiftung. - 18. 1418 Okt. 11. Dietrich Chewnspiess zu Unter-Rohrendorf vermacht dem Kloster Ebersberg einen Weingarten im Gedersdorfer Grund. - 19. 1443 Mai 21. Spruchbrief des Wilhelm Winnchawer, Verwesers des Feldgerichts innerhalb des Kamps, über die Zuweisung eines Grunddienstes zu Weidling an das Kloster Ebersberg. - 20. 1481 März 16. Revers Hanns Geiselmosers, Pfisters zu Ebersberg, über die Tilgung seiner Ansprüche aus seiner Verwaltung des Weidlinghofes. - 21. 1598 Okt. 7. Herzog Maximilian von Bayern transsumiert die Urkunde Leutolds von Kuenring von 1312 April 25 betreffend die Übernahme der Vogtei über den Weidlinghof. (Nr. 1-6, 8-21: StA., Urk. Rep. V (AB. 357), Nr. L 2/a, L 2/b, B 10, B 11, A 10 (9), L 3, B 29, A 16 (17), A 27, A 28 (31), A 56, A 58 (59), B 212, B 214, B 223, A 127 (132), A 130 (134), B 254, A 161 (172), A 216 (215), A 398. (Die A-Stücke auch in Urk. Rep. ad IV, AB. 379/2.) - Nr. 7: AfNÖ.) Diese Urkunden tragen zum Teil einheitliche knappe Rückvermerke in einer groben Schrift des 15. Jahrhunderts; außerdem aber sind sie, wahrscheinlich bald nach ihrer Übernahme durch die Kremser Jesuiten, einheitlich numeriert worden. Da diese Numerierung von 1-26 reicht, müssen einige der von München nach Krems gekommenen Stücke nach 1773 verlorengegangen sein. Außer diesen Urkunden erhielt das Kremser Kollegium im April 1735 aus dem Ebersberger Bestande des Münchener Jesuitenarchivs noch weitere Archivalien, (Am 8. Febr. 1735 schrieb der Prokurator des Münchener Kollegiums, P. Franciscus Pruggberg, dem Rektor des Kremser Kollegiums: "Inveni inter alia archivii nostri monumenta litteras quasdam, quae venditam Collegio Crembsensi a nostro Collegio Waidlingam illiusque iura concernunt, quarum synopsin in adiectum catalogum relatam mittendam censui; si illas R. V. desideret, mitti poterunt quacunque placuerit occasione, quamquam pridein debuissent." Der Kremser Rektor scheint damals um die Übersendung gebeten zu haben und erhielt im April 1735 von P. Pruggberg folgende Antwort: "Mitto R. V. per nostrum tabellarium Viennensem ordinarium, quae nuper promiseram documenta Waidlingana, mihique summopere gratulor, si hisce commoda et molumenta Collegii Crembsensis promovere possim." - StA., Klosterakten, Jesuiten in Krems: Ebersberg (A 301).) von denen nachstehende Stücke auf uns gekommen sind: 1. Raitung des Hofmeisters im Weidlinghof, Hanns Tegenbeck, 1546 (Sign. L. Waidling. F. 2). - 2. Leibgedingordnung des Hofmeisters Christoph Lauentaler 1554 Sept. 8 (Sign. "Waidling in Österr. no. 1"). - 3. Gülteinlage über den Weidlinghof 1558 (Sign. L. Waidling). - 4. Grundbuchsauszug über die Weidlinghofer Gründe des Christoph Präntl 1599 April 10 (Sign. L. Waidling. F. 4). - 5. Leibgedingvertrag zwischen dem Kollegium München und Christoph Perckheimer über den Weidlinghof 1614 Mai 3 (or.) (ohne Sign.). - 6. Akten betreffend eine Schuldforderung des Kollegiums München an Perckheimer 1622 (Sign. L. Waidling. N.). - 7. Abschrift eines Weidlinghofer Urbars 1634 Okt. 30 (Sign. L. Waidling. F. 5). - 8. Summarische Beschreibung des Weidlinghofes 1665 (Sign. L. Waidling. ad Z). (StA., Klosterakten, Jesuiten in Krems: Ebersberg (A 301, A 300, L 2, A 490, A 596, D 24).) - Die Signaturen weisen auf das Archiv des Münchener Jesuitenkollegs; sie entstammen einer Ordnung, die wahrscheinlich 1673 vorgenommen wurde. Eine weitere Gruppe von Akten des Münchener Jesuitenkollegiums kam 1748 in das Archiv des Kollegiums Krems; den Anlaß dazu bildete die Regelung der Lehenherrlichkeit über die Vogtei der abgekommenen Pfarre Absdorf im Langen Tal. Diese war im Jahre 1058 von König Heinrich IV. dem Kloster Ebersberg geschenkt worden. Bis 1594 in den Händen der Kuenringer, ging die Vogtei nach deren Aussterben an die Herren von Schönkirchen und 1639 an die Grafen von Hardegg über. (Keiblinger, II/2, S. 66, 73.) Die Lehenhoheit - seit 1602 von den Lehenträgern häufig verletzt - wurde von dem Münchener Kollegium auch nach dem Verkauf des Weidlinghofes ausgeübt und erst 1748 ebenfalls dem Kremser Kollegium überlassen. Im Zusammenhange damit erhielten die Kremser Jesuiten nicht nur eine Zusammenstellung von Auszügen aus sämtlichen die genannte Lehenherrlichkeit betreffenden Urkunden des Münchener Kollegiums (bzw. des Klosters Ebersberg), sondern auch alle darauf bezüglichen Akten von 1638-1705, teils in Original, teils in Abschrift, ausgefolgt. Es sind dies die Stücke Aaaa-Ccccc der Archivabteilung "LL. Abbtstorf. Ö." des Münchener Kollegiums (nach der Ordnung von 1673, die dann von jüngerer Hand fortgesetzt erscheint). (Am 10. März 1748 schrieb der Münchener Prokurator P. Pruggberg dem Kremser Rektor: "ehe und bevor ich die sammentliche documenta (welche ein zimmliches paquet ausmachen und villeicht auf einmahl nit können überschickt werden) übermache, folget hiermit indessen zu einem praegusto eine specification und respective extractus actorum, worüber ich zu vernehmen haben wird (!), welche von anderen anständich seyn möchten." - Am 2.Sept. 1748 schrieb er dann: "Anstatt der von mir den 17.passato verlangten information hab ich angestern durch den ordinari Wiennerbotten alle noch hier befündliche correspondenz, so anders das Abtstorfferische lehen betreffen, übermacht." StA., ebendort: Ebersberg (L 51, D 21).)

  5. Folgende Ausführungen zur Stiftsgeschichte sind aus:
  6. Walther Latzke: Die Klosterarchive, in: Inventare österreichischer staatlicher Archive. V. Inventare des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs. 6. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs. Dritter Band des Gesamtinventars. Wien: 1938, S. 468-470.

  7. Benützte Editionen/Regestenwerke
  8. HHStA, Repertorium XIV/4.