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FondBrixen, Bistum (845-1530)
  1. Bistumsgeschichte
  2. Brixen, Bistum, folgte seit dem 10. Jahrhundert dem Bistum Säben, das angeblich bereits im 4. Jahrhundert durch den heiligen Kassian gegründet worden war; erster historisch nachgewiesener Bischof von Säben war der 588/89 genannte heilige Ingenuin. Säben war Suffragan von Aquileia, seit 798 von Salzburg. Ludwig der Deutsche verlieh 845 dem Besitz Immunität.

    Am 13. September 901 schenkte König Ludwig das Kind dem Bistum den Meierhof Prichsna (Brixen). Wann der Bischofssitz dorthin verlegt wurde, ist nicht genau bekannt. Der Hl. Albuin residierte als Bischof ca. von 975 bis 1006 bereits in Brixen.

    Die Erneuerung des Imperium Romanorum durch die Ottonen hatte auf Grund der geographischen Lage des Bistums an der Nahtstelle zwischen Deutschland und Italien eine bedeutende Aufwertung des bescheidenen Bischofssitzes im Gebirge zur Folge, dessen Oberhirten sich im 10. und 11. Jh. aus verlässlichen Parteigängern der Herrscher rekrutierten. Bischof Albuin (ca. 975-1006) erhielt von den Ottonen den Hof Villach (später wieder verloren) und die umfangreiche Herrschaft Veldes (Bled) in Krain. Kaiser Konrad II. übertrug 1027 der Kirche von Brixen die Grafschafstrechte im Eisack- und Inntal, Kaiser Heinrich IV. 1091 die Grafschaft Pustertal. so dass die Bischöfe von Brixen, parallel zu den Oberhirten von Trient im Etschtal, zu den Bischöfen von Regensburg im Gebiet zwischen Ziller und Kufstein und den Freisinger Bischöfen im Cadore, über die öffentlich-rechtliche Gewalt im Großteil ihrer Diözese geboten. Bischof Poppo (1039-1048) bestieg als Damasus II. für 23 Tage den päpstlichen Stuhl; sein Nachfolger in Brixen, Altwin (1049-1097), erwies sich während der Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papst als besonders getreue Stütze Kaiser Heinrichs IV. 1080 fand in Brixen die bekannte Synode statt. Unter den Bischöfen Reginbert (1125-1139) und Hartmann (1140-1164) machte sich auch hier der neue Geist der Gregorianischen Reform bemerkbar; Klöster wurden errichtet oder reformiert (St. Georgenberg bei Schwaz, Wilten bei Innsbruck, Neustift bei Brixen).

    Friedrich Barbarossa verlieh den Bischöfen von Brixen 1179 den Reichsfürstentitel.

    Obwohl das Bistum von Kaiser Friedrich I. und seinen Nachfolgern eine Reihe von Regalien bestätigt erhielt, konnten die Bischöfe nur in einem bescheidenen Rahmen eine landesherrliche Gewalt entwickeln: im Gebiet in und um Brixen selbst, im Pustertal sowie um Veldes. In den übrigen Teilen der Diözese übten schon bald die Hochstiftsvögte, an welche die Grafschaftsrechte weiterverliehen worden waren, die Herrschaft aus. Die Vogtei über Brixen lag ursprünglich in den Händen der Grafen von Morit (bei Bozen), dann der Grafen von Andechs und schließlich der Grafen von Tirol (um 1210). Besonders Graf Meinhard II. von Tirol (1259-1295) schuf zu einem nicht unwesentlichen Teil das Land Tirol auf Kosten des Bistums Brixen. 1803 wurde die weltliche Macht der Brixener Bischöfe endgültig beendet.

    Unter den zumeist von der Kurie providierten Bischöfen des 14. Jh. war der Niedergang des äußeren Glanzes des Hochstifts unverkennbar. Die Übergabe Tirols an die Habsburger (1363) brachte eine verstärkte Abhängigkeit des Bistums und seiner Oberhirten von den Tiroler Landesfürsten mit sich, da jene mehrmals engsten politischen Mitarbeitern die Bischofswürde von Brixen verschafften und endlich die Habsburger seit 1446 von Papst Eugen IV. die Ernennung der Bischöfe von Brixen offiziell zugestanden erhielten. Von den spätmittelalterlichen Bischöfen ragen hervor: Johann IV. von Lenzburg (1364-1374), der Kanzler Rudolfs IV. von Österreich; Ulrich II. Putsch (1427-1437) und besonders Kardinal Nikolaus von Kues (1450-1464), der sich mit großem Eifer um die Reform der Klöster und des Klerus bemühte, aber in der heftigen Auseinandersetzung mit dem Landesherren Siegmund von Tirol um die Wiedererlangung schon lange verlorener weltlicher Rechte der Kirche von Brixen den kürzeren zog. Bischof Georg Golser (1469-1488) arbeitete ebenfalls auf die Besserung der religiösen Verhältnisse in seinem Sprengel hin.

    Papst Pius VII. legte am 2. Mai 1818 mit der Bulle Ex imposito die Diözesangrenzen für Tirol und Vorarlberg neu fest. Mit dem Breve vom 16. Juni 1819 wurde in Feldkirch ein Generalvikariat für Vorarlberg errichtet, das zur Diözese Brixen kam.

    Am 29. September 1822 erhielt der Kaiser von Österreich mit der Bulle Quae nos gravissimi das Recht zur Ernennung von Bischöfen für Brixen. Da Südtirol nach dem Ersten Weltkrieg zu Italien kam, wurde der Generalvikar von Vorarlberg, Sigismund Waitz, am 9. April 1921 zum Apostolischen Administrator des österreichischen Teils der Diözese Brixen ernannt. Am 25. April 1925 wurde daraus die Administratur Innsbruck-Feldkirch. Brixen wurde am 25. April 1921 direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt.

    1964 kam es zur Errichtung der Diözese Innsbruck, das Bistum Brixen wurde nach Bozen verlegt. 1968 wurde Feldkirch zum Bistum.

  3. Bestandsgeschichte
  4. Nachdem in den Jahren 1725, 1729 und 1741 "etliche wenige Originaldokumente" und 1717 und 1736 Abschriften von in Innsbruck verbleibenden Urkunden nach Wien eingefordert worden waren, brachte im Jahre 1751 Rosenthal 1346 Originalurkunden aus Innsbruck nach Wien, und zwar gleich in das eben gegründete StA. Darunter waren 4 Urkunden das Bistum Brixen betreffend.

    Die Instruktionen für Gassler (Hausarchivar des StA.) vom 17. Sept. 1803 (...) hatten (…) besagt, daß er auf dem Rückweg von Venedig die Archive von Trient und Brixen zunächst nach Innsbruck zu bringen habe. In Trient hatte Gassler die Ausscheidung dieser für Innsbruck, bzw. Wien bestimmten Archivalien im Verein mit dem dortigen Archivar Ducati selbst vorgenommen, in Brixen war jedoch bei seinem Eintreffen diese Arbeit durch den Archivar Primisser bereits geleistet, so daß Gassler nur noch eine kleine Nachlese in den dortigen Archiven zu halten hatte. Er brachte aus dem fürstbischöflichen und aus dem Archiv des Domkapitels eine Anzahl Bände nach Innsbruck, unter den letzteren auch das berühmte, in Gasslers Korrespondenz wiederholt erwähnte Calendarium Wintheri. Außerdem spürte Gassler in höherem Auftrag noch besonders den Schriften des Brixner Historikers Josef Resch nach, da man glaubte annehmen zu können, daß diese Ausarbeitungen die Originalurkunden im wesentlichen ersetzen würden.

    Gassler fand in der Tat eine größere Anzahl Reschischer Manuskripte in der Priesterhausbibliothek zu Brixen, wohin sie Resch testamentarisch vermacht hatte, und über eigens ergangene Weisung wurden auch diese - im ganzen 19 - Manuskripte zunächst nach Innsbruck und in der Folge nach Wien gesandt.

    Hier gingen die ersten vier von diesen Bänden verloren - sei es, daß sie 1808 an Bayern ausgeliefert oder 1809 durch die Franzosen verschleppt wurden -, die restlichen 15 Bände wurden 1830 durch den Fürstbischof von Brixen rückgefordert und mangels jeder Handhabe für ihre Belassung im StA. dem Priesterhaus zurückgestellt.

    Heute besitzt das StA. nur eine Handschrift mehr aus der Feder Josef Reschs, und zwar Böhm 434, enthaltend den Anfang des Manuskripts und die ersten Druckbogen des Calendarium Wintheri, dessen Herausgabe Resch für seine Monumenta Eccl. Brixinensis beabsichtigt hatte. Die Blätter, die dem Bericht Gasslers aus Innsbruck vom 4. Juli 1805 beilagen, scheinen jedoch nicht aus Brixen, sondern aus dem Innsbrucker Archiv zu stammen.

    Auch die Brixner Codices, die Gassler nach Innsbruck gebracht hatte, kamen von dort zusammen mit den Trienter und Innsbrucker Archivalien noch im Jahre 1805 nach Wien. Hier blieben sie jedoch nicht lang, denn schon 1808 mußte im Zuge der Auslieferungen an Bayern ein Teil davon - darunter das Ahnenbuch des Brixner Domkapitels - wieder nach Innsbruck zurückgestellt werden, andere Bände, die zunächst zurückbehalten worden waren, scheinen 1809 durch die Franzosen, bzw. Baron Aretin, verschleppt worden zu sein. Alle die Bände, die nach Innsbruck kamen, gelangten nicht mehr ins StA. zurück, auch nicht gelegentlich der bayerischen Rücklieferungen im Jahre 1837.

    Was über alle diese Verschiebungen hinweg von Bänden Brixner Provenienz in Wien geblieben war, findet sich in der Folge der Handschriftensammlung eingereiht, jedoch ebenfalls - wie die Trienter usw.- nicht als geschlossener Bestand, sondern auf die verschiedenen Länderabteilungen der Sammlung verteilt. Ein Band davon, und zwar Böhm 516, das schon erwähnte Calendarium Wintheri, wurde im Zuge des Archivalientausches mit Innsbruck im Jahre 1882 dorthin abgegeben. Der gesamte übrige Bestand Brixner Herkunft wurde von den Auslieferungen an Italien im Jahre 1919 erfaßt, und zwar die Handschriften Böhm Nr. 91, 92, 440, 460, 467, 509, 512, 513, 515 und 518. Zwei Jahre später noch der Codex Suppl. 641, doch wurden dafür bald darauf zwei der ausgelieferten Bände von Italien wieder zurückgestellt. Es waren das zwei Urbare des bischöflich Brixner Amtes Lieserhofen in Kärnten, Böhm 91 und 92, die eher als Provenienz Lieserhofen als Brixen anzusprechen waren, und deren Rückgabe denn auch nach längeren Verhandlungen erfolgte.

    Bei einer Anzahl von Manuskripten des Primisserschen Verzeichnisses läßt sich erweisen, daß sie 1808 an Bayern, bzw. nach Innsbruck abgegeben worden sind, z. B. die Nummern 3, 5, 6, 17 und 18. Über das Schicksal der übrigen ließ sich nichts Bestimmtes ermitteln.

    Zu erwähnen ist hier noch die Handschrift Suppl. 895, eine Abschrift der Satuten des Brixner Domkapitels von 1485. Dieses Heft ist jedoch nicht Brixner Provenienz, sondern stammt aus dem Salzburger Domkapitelarchiv. (AB. 386)

    Besonders wertvoll sind heute natürlich die Abschriften der nicht mehr im StA. befindlichen Brixener Urkunden.

  5. Benützte Editionen/Regestenwerke
  6. HHStA, Repertorium XIV/1 und XIV/4.