ausklappenMaler mit dem bärtigen Christuskind

Der Maler erhielt seinen Namen nach der Indulgenz 1339 Oktober 20 für die Servitenkirche in Erfurt, wo Maria eine Figur trägt, die offenbar ein erwachsener Christus ist. Die Ikonographie ist ungewöhnlich, aber nicht allein stehend, siehe die später entstandene Zeichnung im Nürnberger Germanischen Nationalmuseum.

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Der Maler zeichnet sich durch statisch aufgebaute Figuren aus, deren Gewänder über wenig Binnenstruktur verfügen. Bei der Christusbüste zeichnet er das Oberlid mit zwei parallel geführten Pinselstrichen; die Pupillen sind als nahezu vollständige Kreise gegeben, in deren Mitte sich die dunkleren Kreise der Iris befinden.Selten wird diese Betonung auch bei Figuren im Dreiviertelprofil eingesetzt, was eine etwas stieläugige Wirkung erzielt (z.B. der hl. Jodokus bei 1339 Mai 4 für Rothenburg). Die Kinnpartie bei Dreiviertelprofilen, die mit demselben Strich des seitlichen Profils gewissermassen L-förmig gezeichnet ist, gerät breit und gleichermassen kurz. Der Mund ist meist nur eine nach unten gebogene Tintenlinie.

Die florale Dekoration der Buchstabenschäfte folgt ebenso einem Schema wie die Binnenfeldausschmückung der weiteren Initialen der ersten Zeile. In Anlehnung an die feinen, aus dem farbigen Grund ausgesparten Blattranken der frühen 1330er Jahre (z.B. 1330 Februar 3 für Schotten) entwirft dieser Illuminator eine einfache Ranke, die oben gerne eine an eine Halbpalmette erinnernde Blattform haben kann. Charakterisch ist die nach links oben geführte Astspirale mit einem nach unten hängenden gespitzten Blatt mit einer Einkerbung an den Längsseiten. Dieser Ast hat immer auf der linken Seite ein nach oben zeigendes Herzblatt. Die Binnenfelder der weiteren vergrösserten Initialen der ersten Zeile sind stets gleich behandelt: im (U)n(iversis) befindet sich eine einfache Spirale mit einem (Klee-)Dreiblatt oben und unten, die beide nach oben weisen, im S(ancte) je eine Form, einer Halbpalmette ähnelnd und - sofern das M(atris) mit einer Initiale versehen ist - dort ein Fisch.

Besonders interessant ist unter diesem Aspekt 1342 Jänner 2 für Fröndenberg, wo ein neuer Mitarbeiter die Illuminierung besorgt hat. Die weiteren vergrösserten Initialen der ersten Zeile zeigen genau diese Aussparungen.

Auch in Bezug auf die Gestaltung der U-Initiale bisher einzigartige Illuminierung 1342 Februar für Nenkersdorf hat die Binnenfeldgestaltung aus einfacher Blattspirale, Halbpalmetten und Fischen. Vielleicht hat der ältere Mitarbeiter der Werkstatt diese ersten Zeilen geschrieben und somit den neuen diese Dekorationsvorgaben gemacht.

Gabriele Bartz

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