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Charter: Illuminierte Urkunden 1345-10-18_Imola
Signature: 1345-10-18_Imola
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1345-10-18, Avignon
Bischofsammelindulgenz (12 Aussteller) für die Società dei Devoti della Beata Vergine Maria di Imola:
Die Erzbischöfe Johannes von Edessa (Edissiensis) und Pontius von Seleucia (Seleuciensis) sowie die Bischöfe Avancius von Xanthi (Sanchiensis), Amedeus von Lango (Lagonensis), Franziskus von Vregen (Wraensis), Paulus von Sfacia (Suacensis), Petrus von Cagli (Calliensis), Johannes von Trebinje-Mrkanj (Tribuniensis), Gregorius von Oppido (Opidensis), Johannes von Duvno (Delmitensis), Benedikt von Mesched (Simisiensis) und Thomas von Knin (Tiniensis) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die der heiligen Jungfrau Maria gewidmeten Lobgesänge der Società dei Devoti della Beata Vergine Maria, die an jedem Tag des Jahres in der Dominikanerkirche von Imola zur Komplet und zur sechsten Stunde zu diesem Zweck zusammenkommen, reumütig und nach Ablegung der Beichte hören, die diese Società mit guten Werken unterstützen oder ihr Almosen geben, die der genannten Società Hilfe, Rat, gute Worte oder fromme Werke anbieten, die bei Versammlungen der Mitbrüder oder der Società anwesend sind, die die Mitglieder der Società beim Versehgang begleiten, die Begräbnisfeierlichkeiten der Società beiwohnen sowie jenen, die für den [nicht namentlich genannten] Impetrator der vorliegenden Indulgenz, dessen Eltern und Verwandte und für lebende sowie tote Wohltäter der Società drei Vater Unser beten.

1345 November 14, Imola (in curtili nostri episcopalis palatii)
Bischof Carlo von Imola bestätigt die obige Indulgenz und fügt weitere 40 Tage Ablass hinzu.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Imola, Biblioteca Comunale, Archivio dell‘Ospedale di Santa Maria della Scaletta di Imola, cartella n. 2

Reste von elf SIegelschnüren und von sieben Siegeln (rotes Wachs; teilweise stark beschädigt).Material: Pergament


  • notes extra sigillum
    • Auf der Vorderseite neben der oberhalb der Plica befindlichen bischöflichen Bestätigung auch darunter (sehr verblasst) wahrscheinlich eine Summe der durch diese Indulgenz erwirkten Ablasstage.
Graphics: 
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  • Materielle Beschreibung: 
    Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn und drei weitere vergrösserte Initialen mit farbig gefülltem Binnenfeld und Blattaussparungen aus diesen in der ersten Zeile. Vier vergrösserte einzeilige Initialen im Textblock. Einige einzeilige Initialen mit einem gezeichneten Profilköpfen.
  • Neun Zeilen hohe historisierte Initiale: in Feder gezeichnet und mit Rot, Grün, Violett, Braun und Ocker koloriert. Im Binnenfeld eine Schutzmantelmadonna, die links unter ihrem Mantel Beter birgt; vorne je ein kniender Beter mit Schriftband. Der Hintergrund in Lila mit Filigranranken im dunkleren Farbton. Der Buchstabenkörper in Rot mit einfachen Doppellinien in Tinte dekoriert. Die Initiale in ein grün gefülltes Initialfeld eingepasst, von den Ecken gehen lappige Blätter aus. Auf dem unteren links sitzt ein Vogel, der ein Blatt im Schnabel hält.
  • Stil und Einordnung: 
    Einfache Ausstattung des Blattrankentyps mit kurzen Blattfortsätzen. Die zweite Indulgenz für die Bruderschaft in Imola (vgl. 1335 Juli 2) präsentiert sich ähnlich einfach wie die erste, doch hat sich in 1343 (erster bisher bekannter Fund: 1343 Jänner für die Magdalenenkapelle auf dem Wiener Stephansfriedhof) die Form einer in ein rechteckiges Feld gesetzten Initiale mit ausstrahlendem Blattdekor (Blattrankentyp) anstelle des aufwendigen Rahmentyps durchgesetzt. Für diesen Blattdekor hat man in der Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen offenbar auch eine Vorlage gezeichnet, die von den unterschiedlichen Mitarbeitern genutzt werden konnte.
  • Die schmalen Buchstabenschäfte findet man im bisher bekannten Material seit 1344 Juni 27 für Scheibbs, wo es auch den Blattdekor gibt.
  • Der Buchmaler nutzt die älteste die in der Werkstatt vorhandene Vorlage für die Schutzmantelmadonna (vgl. ikonographische Diversifizierung), wie sie 1330 Jänner 28 für Trier genutzt wurde. Dabei verwendet er ebenfalls grün für Mariens Kleid und rot für ihren Umhang. Vielleicht handelt es sich dabei um einen Auftraggeberwunsch, denn die erste Indulgenz für Imola verwendete genau diesen Typus, dessen Farbigkeit, roter Mantel, grünes Kleid, dieser gleicht.
  • Auffällig ist der Vogel, den man in der auf sparsame Effektivität ausgerichteten Werkstatt nur selten findet: Im Hintergrund eines Bildfeldes 1342 März 22 für Maaseik und 1343 April 6 für Creglingen findet sich dies Tier ebenfalls.
  • Guernelli (2008, S. 158) sah die gleiche Hand bei 1333 Dezember 19 für Sterzing und 1332 Dezember 1 für Zürich. Das scheint mir zu weit gegriffen. Aus Gründen des übereinstimmenden Dekors würde man gerne die Initialen der Ablässe 1344 Juni 27 für Scheibbs, 1344 Dezember 5 für Mariengarten, 1345 April 3 für Lüttich und 1345 August 22 für „Dachclusterlein“ zusammen mit dieser für Imola einem Maler zuschreiben (Maler der Hirsauer Indulgenzen). Doch scheint sich seit dem Beginn der 1340er Jahre mit dem Eintritt eines oder mehrerer Mitglieder in die Werkstatt eine neue Form arbeitsteiliger Herstellung durchgesetzt zu haben, die Händescheidung fast unmöglich macht.
  • Gabriele Bartz
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Bibliography

Comment

Arenga (Incipit): Splenor paterne glorie ... .
In dieser Indulgenz wird auf eine genaue Festlegung der Ablasstage verzichtet, im Grunde kann an jedem Tag des Jahres zu bestimmten liturgischen Stunden ein Ablass erlangt werden. Die Ablassgelegenheiten konzentrieren sich auf fromme Werke und – wie in Indulgenzen für Bruderschaften üblich – auf die Unterstützung der Bruderschaft sowohl in materieller als auch in finanzieller Hinsicht. Vgl. dazu den Ablass für die Società der Flagellanten (1345 November 28), in dem ähnlich wie bei dem vorliegenden Stück auf eine konkrete Festlegung der Tage, an denen der Ablass gewonnen werden kann, verzichtet wird.
Markus Gneiss
Places
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
  • Imola
    • Type: Empfängerort
  • Italien (Kurie)
    • Type: Region
Persons
  • Amedeus von Lango
    • Avancius von Xanthi
      • Benedikt von Mesched
        • Carlo von Imola
          • Franziskus von Vregen
            • Gregorius von Oppido
              • Johannes von Duvno
                • Johannes von Edessa
                  • Johannes von Trebinje-Mrkanj
                    • Paulus von Sfacia
                      • Petrus von Cagli
                        • Pontius von Seleucia
                          • Thomas von Knin
                            Keywords
                            • Illuminated Charters: Niveaus:
                              • N1: historiated
                              • N1: Initials
                              • N1: Borders
                              • N1: with Additional Colours
                              • N1: painted
                            • Illurk-Urkundenart:
                              • Bischofsammelindulgenz
                            • Glossary of illuminated charters (in German):
                              • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                              • Blattrankentyp
                              • Rahmentyp
                              • Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen
                              • Vorlage
                              • Ikonographische Diversifizierung
                              • Maler der Hirsauer Indulgenzen
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