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Charter: Illuminierte Urkunden 1344-04-12_Stuttgart
Signature: 1344-04-12_Stuttgart
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1344-04-12, Avignon
Bischofsammelindulgenz (12 Aussteller) für einen Herrn von Ehestetten und seiner Verwandten, die auf dem Friedhof in Blaubeuren ruhen:
Erzbischof Johannes von Edessa (Edessiensis) sowie die Bischöfe Avancius von Xanthi (Xanchiensis), Amedeus von Lango (Lengonensis), Thomas von Knien (Tyniensis), JohannesArscarensis [?], Heinricus von Budua (Buduanensis), Gregorius Oppido (Opidensis), Antonius von Trabzon (Trapusudensis), Bernardus von Ganos (Ganensis), Petrus von Cagli (Calliensis), Martinus von Stagno (Stagnensis) und Manfredus von Ajaccio (Ayacensis) erteilen all jenen eine Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die reumütig und nach Ablegung der Beichte für die Seelen des Briuscho von Ehestetten (Briuschonis de Estetten) und von allen dessen Verwandten, die jetzt am Friedhof des Klosters Blaubeuren (cimiterio monasterii in Blabiuren) begraben sind und in Zukunft dort begraben werden, sowie für alle Verstorbenen Gebete sprechen, und zwar ein Vater Unser mit dem Engelsgruss, sieben Busspsalmen mit Litaneien für die Toten oder andere fromme Gebete, sowie jenen, die für diese Seelen Messen feiern oder feiern lassen, die diese frommen Tätigkeiten in der Kirche oder ausserhalb vor Klerikern oder Laien ausführen oder ausführen lassen sowie jenen, die den Armen Gold, Silber, Kleider, Schuhe, Nahrung, Getränke oder andere Unterstüzungen zukommen lassen.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Stuttgart, Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv, H 52 U 10

Zwölf Seidenfäden, daran noch elf teilweise erhaltene Siegel (rotes Wachs), ein Siegel komplett abgefallen.Material: Pergament


  • notes extra sigillum
    • Auf der Vorderseite keine sichtbar, kein Bild der Rückseite vorhanden.
Graphics: 
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  • Materielle Beschreibung: 
    Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn, vier vergrösserte Initialen in der ersten Zeile sowie fünf vergrösserte einzeilige Lombarden im Textblock.
  • Sieben Zeilen hohe historisierte Initiale zu Textbeginn: in Feder gezeichnet und koloriert (teils Gold?). Im Binnenfeld eine Christusbüste mit erhobenen Händen. Der Buchstabenkörper mit kariertem Mustergrund. Erste Zeile in vergrösserter Schrift ohne farbige Dekoration.
  • Stil und Einordnung: 
    Einfache Ausführung (vgl. Rahmentyp wie auch das 1342 April 12 für Pusarnitz erstmals auftretende Layout mit den Heiligen ohne Rahmen, Blattrankentyp). Die Christusbüste war im bisher bekannten Material zuletzt 1340 Februar 15 für Weingarten verwendet worden. Der Maler für den Herrn von Ehestetten hält sich im Wesentlichen an das, was 1331 April 30 für Waldhausen produziert wurde. Dabei ist ihm die Büste jedoch zu kurz und die Segenshand zu frontal. Auch gibt er die linke Hand im geschlossenen Kontur und kann mit dem das Gesicht rahmenden Haar, das wiederum vom Nimbus gerahmt wird, nichts anfangen, weshalb es ein bisschen so aussieht, als hätte Christus Zöpfe (s.a.siehe auch 1338 Mai 4 für Sarmensdorf).
  • Insgesamt ist es erstaunlich, wie langlebig die Christusbüste als Sujet geblieben ist und sich neben den Neuerungen der ikonographischen Diversifizierung immer noch einen Kundenstamm erhalten hat. Vielleicht hat man hier noch einmal einen älteren Mitarbeiter der Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen herangezogen.
  • Derselbe Schaftdekor mit vergleichbarem Mustergrund im Binnenfeld findet sich auch 1344 April 4 für Zwettl, weshalb es sich wohl um diesen Mitarbeiter handeln wird.
  • Gabriele Bartz
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Comment

Arenga (Incipit): Eterni patris filius ... .
Das hier verwendete Formular ist vergleichbar mit den Sammelindulgenzen für die Habsburgergräber in Königsfelden von 1329 September 6 und für einige Verstorbene aus England von 1331 Mai 9. Auch hier wird die Indulgenz speziell mit den frommen Tätigkeiten an der Grablege einer bestimmten Familie verbunden, Heiligentage werden nicht genannt. Sogar die – ansonsten nicht allzu häufig verwendete – Arenga und der Übergang in die Dispositio stimmen in drei Stücken überein.
Markus Gneiss
Places
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Baden-Württemberg
    • Type: Region
  • Blaubeuren
    • Type: Empfängerort
  • Deutschland
    • Type: Region
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
Persons
  • Amedeus von Lango
    • Antonius von Trabzon
      • Avancius von Xanthi
        • Bernardus von Ganos
          • Gregorius Oppido
            • Heinricus von Budua
              • Johannes
                • Johannes von Edessa
                  • Manfredus von Ajaccio
                    • Martinus von Stagno
                      • Petrus von Cagli
                        • Thomas von Knien
                          Keywords
                          • Illuminated Charters: Niveaus:
                            • N1: historiated
                            • N1: Initials
                            • N1: with Additional Colours
                            • N1: painted
                          • Illurk-Urkundenart:
                            • Bischofsammelindulgenz
                          • Glossary of illuminated charters (in German):
                            • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                            • Rahmentyp
                            • Das Layout der Avignoner Bischofsammelablässe
                            • Blattrankentyp
                            • Christusbüste
                            • Ikonographische Diversifizierung
                            • Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen
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