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Charter: Illuminierte Urkunden 1342-01-02_Muenster
Signature: 1342-01-02_Muenster
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1342-01-02, Avignon
Bischofsammelindulgenz (13 Aussteller) für die Kirche in Fröndenberg:
Erzbischof Nerses von Manasgerd (Manasgardensis) und die Bischöfe Nikolaus von Nezero (Nazariensis), Richardus von Bisaccia (Bisaciensis; laut Eubel war der Bischof in diesem Zeitraum aber Franziskus), Gratias von Dulcigno (Dulcinensis), Thomas von Knin (Tiniensis), Vinzenz von Mariana (Marianensis), Galganus von Aleria (Aleriensis), Johannes von Capitolias (Capionensis), Petrus von Cagli (Calliensis), MatthäusOrganchensis, Petrus von Monte Marano (Montismarani), Bernardus von Ganos (Ganensis) und Benedikt von Priština (Priscinensis) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die in der Diözese Köln gelegene und zu Ehren Jesu Christi und dessen Mutter Maria gegründete Kirche in Fröndenberg (ecclesia in Vrendeberghe, Coloniensis diocesis, fundata in honore Domini nostri Jesu Christi et gloriose virginis Marie matris sue) reumütig und nach Ablegung der Beichte an bestimmten Festtagen besuchen, und zwar zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag, zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, am Dreifaltigkeitstag, zu Fronleichnam, an allen Marienfeietertagen, an den Feiertagen des heiligen Johannes des Täufers und des Evangelisten Johannes, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel und Evangelistenfesten, an den Feiertagen des heiligen Laurenz, des heiligen Stephan, des heiligen Vinzenz, des heiligen Christophorus, des heiligen Martin, des heiligen Nikolaus, des heiligen Augustinus, des heiligen Gregor, des heiligen Ambrosius, des heiligen Hieronymus, des heiligen Benedikt, des heiligen Franziskus, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Katharina, der heiligen Margarete, der heiligen Agnes, der heiligen Agathe, der heiligen Cäcilie, der heiligen Lucia, der heiligen Barbara, zu Allerheiligen, zu Allerseelen, am Sonntag vor dem Festtag des heiligen Johannes des Täufers und in der Oktav danach und am Kirchweihtag. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die den Priester beim Versehgang begleiten, die beim Umgang mit [dem Bildnis] der heiligen Maria folgen, die beim Abendläuten mit gebeugten Knien drei Ave Maria beten, die für den Bau, die Beleuchtung und die Ausstattung der Kirche aufkommen, die der Kirche entweder testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- oder Kleidungsspenden zukommen lassen, die beim Umgang am Friedhof der Kirche für die Verstorbenen beten, die auf diesem Friedhof eine Grabstätte auswählen, sowie denen, die hören, wie im Glaubensbekenntnis die Zeile „Natus ex Maria virgine“ gesungen oder gesprochen wird, die das Evangelium des Johannes „In principio erat verbum“ hören, die die Kirche zu einer Altarweihe betreten und die schliesslich für den [nicht namentlich genannten] Impetrator der vorliegenden Indulgenz beten.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Münster, Nordrhein-Westfälisches Staatsarchiv, Stift Fröndenberg, Urk. 162

aus Abbildung nicht erkennbar.Material: Pergament

Condition: Am oberen Rand finden sich Spuren von Einstichen.
  • notes extra sigillum
    • Vermerke: auf Vorderseite keine Vermerke zu sehen, kein Bild der Rückseite vorhanden.
Graphics: 
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  • Materielle Beschreibung: 
    Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn. Dreiseitige Bordüre (Rahmentyp), unten beginnend mit je einem grösseren Bildfeld mit Masswerkbogen und darüber links drei, rechts ein Vierpass. Oben neun Vierpässe. Drei vergrösserte Initialen mit Aussparungen vor farbigen Gründen in den Binnenfeldern in der ersten Zeile, im M(atris) unkolorierte Fische. Im Text zwei einzeilige Initialen mit Aussparungen.
  • Acht Zeilen hohe historisierte Initiale zu Textbeginn: in Feder gezeichnet und mit vielen Farben koloriert. Im Binnenfeld Christus als Weltenrichter vor quadriertem Mustergrund, vor den Initialschäften flankierend zwei kniende Engel mit Weihrauchfässern; links vor gelbem, rechts vor rotem Schaft. Auf den Rändern und oben Bildleisten: Links im grossen Bildfeld Gabriel mit Schriftband mit dem englischen Gruss (zunächst als Katharina angelegt), darüber, oben und rechts 12 in Vierpassmedaillons die Apostel stehend. Rechts im grossen Bildfeld Maria der Verkündigung (zunächst Margarete); jeweils vor kariertem Mustergrund.
  • Stil und Einordnung: 
    Die Sammelindulgenz für Fröndenberg ist als Rahmentyp auf besonders luxuriöse Weise illuminiert. Dabei ist der Illuminator vom üblichen Vorgehen, die U-Initiale in den Rand ausgreifen zu lassen, abgewichen, damit die Rahmenleiste in gleicher Breite den Textspiegel umfliessen kann. Ein ähnliches Vorgehen war bereits 1332 November 2 für Niederlana zu beobachten gewesen, doch ragte dort das Initialfeld noch in den Rand hinein. Bei der Anordnung der zwölf Medaillons für die Apostel musste ein Kompromiss zwischen deren Grösse und deren symmetrischer Anordnung gefunden werden. Man entschied sich, zwei links neben die Initiale zu setzen und musste dafür rechts mit nur einem vorlieb nehmen. Dafür wurde rechts das seitliche Bildfeld etwas höher.
  • In Bezug auf die ikonographische Diversifizierung stellt die Urkunde einen Sonderfall mit dem von Engeln beweihräucherten Christus als Weltenrichter dar. Hinzu kommen die zwölf Apostel, die wohl von den Bestellern ausgewählt worden sind; in der Darstellungstradition des Weltenherrschers sind sie nicht geläufig. Die beiden seitlichen Bildfelder, die nun die Verkündigung bergen, geben Zeugnis von der Einflussnahme der Auftraggeber auf den Illumierungsprozess: Zunächst waren Katharina und Margarete gemalt worden, doch danach umgearbeitet: Bei Gabriel sieht man noch den Arm, der das Schwert hält, und das Rad in der anderen Hand. Beides wurde nur notdürftig getilgt; Federstriche hinter der Figur deuten die Engelsflügel an. Maria steht noch auf Margaretens Drachen und auch der Kreuzstab, den sie ihm in den Rachen stösst, ist noch zu sehen.
  • Der Maler mit seiner Art, nahezu naturalistische Weinblätter in die Zwickel der Vierpässe zu setzen, die Gesichter kleinteilig zu modellieren, Haare und Bärte als lockig zu charakterisieren sowie seiner vergleichsweise aufwendigen Gestaltung der Gewänder ist im bisher bekannten Material noch nicht vorgekommen. Seine Figuren folgen nicht den sonst üblichen Vorlagen; es scheint, als wäre mit ihm ein neuer Mitarbeiter, der sein Metier woanders gelernt hat, in die Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen eingetreten.
  • Gabriele Bartz, Martin Roland
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Bibliography

Comment

Arenga (Incipit): Pia mater ecclesia ... .
Beiliegend die Bestätigungsurkunde des Erzbischofs Engelbert zu Köln, von 1363-12-22 (in crastino Thomae apostoli), welche zum Transfigieren bestimmt war, dies aber nie gewesen zu sein scheint (nach Archivdatenbank).
Markus Gneiss
Places
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Deutschland
    • Type: Region
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
  • Fröndenberg
    • Type: Empfängerort
  • Nordrhein-Westfalen
    • Type: Region
Persons
  • Benedikt von Priština
    • Bernardus von Ganos
      • Galganus von Aleria
        • Gratias von Dulcigno
          • Johannes von Capitolias
            • Matthäus
              • Nerses von Manasgerd
                • Nikolaus von Nezero
                  • Petrus von Cagli
                    • Petrus von Monte Marano
                      • Richardus von Bisaccia
                        • Thomas von Knin
                          • Vinzenz von Mariana
                            Keywords
                            • Illuminated Charters: Niveaus:
                              • N1: historiated
                              • N1: Initials
                              • N1: Borders
                              • N1: with Additional Colours
                              • N1: painted
                            • Illurk-Urkundenart:
                              • Bischofsammelindulgenz
                            • Glossary of illuminated charters (in German):
                              • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                              • Rahmentyp
                              • Ikonographische Diversifizierung
                              • Vorlage
                              • Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen
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