useridguestuseridguestuseridguestERRORuseridguestuseridguestuseridguestuseridguestuseridguest
Charter: Illuminierte Urkunden 1333-05-31_Muenster
Signature: 1333-05-31_Muenster
Zoom image:
Add bookmark
1333-05-31, Avignon
Bischofsammelindulgenz (18 Aussteller) für die Kloster[kirche] Schildesche:
Erzbischof Guillelmus von Bar (Antibarensis) sowie die Bischöfe Johannes von Terralba (Terrealbensis), Franziskus von Sarno (Sarnensis), Bonifatius von Krbava (Corbavienis), Petrus von Monte Marano (Montismarani), Franziskus von Satriano (Satriani), Philipp von Zeitun (Sigonensis), Vinzenz von Mariana (Marnensis), Hugotius von Sutri (Sutrini), Johannes von Senj (Signensis), Raphael von Nebbio (Nubiensis), Natusbene von Avellino (Avellinensis), Simon von Rheon (Ravensis), Vitalis von Ajaccio (Adiacensis), Thomas von Terni (Interamnensis), Angelus von Accia (Aciensis), Bonifatius von Sulcis (Sulcitansis) und Bartholomäus von Segni (Signini) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die in der Diözese Paderborn gelegene Kloster[kirche] Schildesche, die dem heiligen Johannes dem Täufer geweiht ist (ecclesia secularis [!] in Schildesche, fundata in honore sancti Johannis baptiste, in qua decanissa et canonice exempte, Patebuniensis diocesis) an bestimmten Festtagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav reumütig und nach Ablegung der Beichte besuchen und dort Morgen- und Abendmessen oder welchen Messfeierlichkeiten auch immer beiwohnen, und zwar an den Feiertagen des heiligen Johannes des Täufers, am Kirchweihtag, zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag, zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, am Dreifaltigkeitstag, zu Fronleichnam, am Kreuzauffindungstag, am Kreuzerhöhungstag, an allen Marienfeiertagen, am Feiertag des heiligen Erzengels Michael, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel- und Evangelistenfesten, an den Feiertagen des heiligen Stephan, des heiligen Laurenz, des heiligen Vinzenz, des heiligen Georg, des heiligen Martin, des heiligen Nikolaus, des heiligen Gregor, des heiligen Augustinus, des heiligen Hieronymus, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Katharina, der heiligen Margarete, der heiligen Cäcilie, der heiligen Lucia, der heiligen Agathe, der heiligen Agnes, der heiligen Barbara, der heiligen Gertrude, der 11 000 Jungfrauen, zu Allerheiligen, zu Allerseelen und an allen Sonntagen. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die den Priester beim Versehgang begleiten, die beim Abendläuten mit gebeugten Knien drei Ave Maria beten, die am Friedhof der genannten Kirche für die Seelen der dort liegenden Verstorbenen beten, die für den Bau, die Beleuchtung und die sonstige Ausstattung der Kirche aufkommen sowie denen, die der Kirche entweder testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- oder Kleidungsspenden zukommen lassen.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Münster, Nordrhein-Westfälisches Staatsarchiv Abteilung Westfalen (ehem. Staatsarchiv Münster), Urkundenselekt, Ablassbriefe Nr. 1

17 teilweise fragmentarisch erhaltene und restaurierte Siegel. Auf der Plica wurde die Reihenfolge der Besiegelung durch Notize der Bischofsnamen vorgegeben.Material: Pergament


  • notes extra sigillum
    • auf der Vorderseite (Plica) Namen der Siegler in der entsprechenden Reihenfolge; kein Bild der Rückseite vorhanden.
Graphics: 
x
  • Materielle Beschreibung: 
    Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn, links neben der Initiale gleich hohes Bildfeld am Rand und oben Bildleiste für drei Büsten. Drei Initialen mit Aussparungen vor farbigem Grund in den Binnenfeldern in der ersten Zeile in eckigem Feld sowie zwei vergrösserte einzeilige Initialen mit farbiger Füllung im Textblock.
  • Sieben Zeilen hohe, weit über die erste Zeile herausragende historisierte Initiale zu Textbeginn: in Feder gezeichnet und mit Deckfarben koloriert. Im Binnenfeld eine stehende Maria mit Kind, vor kariertem blauem Grund mit schwarzen vierteiligen Kreuzblüten. Der Buchstabenschaft links mit Maria Magdalena mit Palme und Salbtopf, rechts mit stehender Katharina mit Palme und Rad. Die U-Initiale ist in den Textspiegel eingepasst, sodass links daneben noch ein Bildfeld für Johannes d. T. mit Lamm-Gottes-Scheibe entstehen kann. Oberhalb des Textfelds, anschliessend an die U-Initiale, Bordüre mit drei Büsten: Christus, flankiert von Petrus und Paulus. Damit die U-Initiale in die so entstandene Rahmenleiste eingepasst ist, wurde oberhalb ein mit Fadenranken (Filigran) verzierter Farbstreifen angefügt. Am Rand Hilfslinien erkennbar.
  • Stil und Einordnung: 
    Der Ablass für das Johannes dem Täufer geweihte Kloster Schildesche zeigt diesen Heiligen nur als Randfigur, im Mittelpunkt der Initiale stehen Fauen: Die Madonna im Binnenfeld, gerahmt von Magdalena und Katharina. Zwar ist im Textformular kein Bittsteller namentlich genannt, doch möchte es sich vielleicht um die von ihm bevorzugten Heiligen handeln.
  • Nachdem die ikonographische Diversifizierung letztlich 1332 abgeschlossen und das Layout des Rahmentyps entwickelt worden war, scheint die bildnerische Gestaltung der Avignoner Bischofsammelindulgenzen nur noch eine Frage der Solvenz der Auftraggeber gewesen zu sein. Das Kloster Schildesche leistet sich gewissermassen nur den oberen Bildstreifen. Dabei scheint sich der Illuminator zunächst bei der Höhe der Initiale und dem Bildfeld mit Johannes vertan zu haben, denn er musste oben jeweils noch einen Farbstreifen anstücken. Dieses Prinzip, das letztlich aus der vorherigen Dekorationsphase mit der segnenden Christusbüste erklärbar ist, findet häufiger Anwendung (vgl. Layout).
  • Der Initialtyp ist nahezu identisch mit dem für das Münster in Zürich (1332 September 1), die Madonna folgt der Vorlage, die auch für Hohenberg (1332 Oktober 27) verwendet wurde. Interessant sind die Büsten, die sich, auch vom Dekor der Kreuzblüten in den Ecken her, mit 1332 Oktober 15 für Lahnstein und 1332 November für Niederlana verbinden lassen. Wie 1333 Dezember 20 für Freiberg tragen die Apostel auch ihre Attribute.
  • Stilistisch ist die Sammelindulgenz für das Kloster Schildesche am besten mit Lahnstein (1332 Oktober 15) und Niederlana (1332 November 2) zu vergleichen. Nicht nur das Motiv der Christusbüste mit den erhobenen Händen, auch stilistisch ist eine Verbindung zu den Produktionen der Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen in 1329–1330 möglich, wie z. B. 1330 Oktober 9 für Heilbronn.
  • Martin Roland, Gabriele Bartz
x
Bibliography

Comment

Arenga (Incipit): Pia mater ecclesia ... .
Am oberen Rand der Urkunde sind Ösen (Schlaufen) zu sehen, die offenbar zur Aufhängung dienten. Erkennbar sind auch die durch andauernde Benützung entstandenen Risse, die jeweils vernähnt werden mussten.
Markus Gneiss
Places
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Deutschland
    • Type: Region
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
  • Nordrhein-Westfalen
    • Type: Region
  • Schildesche
    • Type: Empfängerort
Persons
  • Angelus von Accia
    • Bartholomäus von Segni
      • Bonifatius von Krbava
        • Bonifatius von Sulcis
          • Franziskus von Sarno
            • Franziskus von Satriano
              • Guillelmus von Bar
                • Hugotius von Sutri
                  • Johannes von Senj
                    • Johannes von Terralba
                      • Natusbene von Avellino
                        • Petrus von Monte Marano
                          • Philipp von Zeitun
                            • Raphael von Nebbio
                              • Simon von Rheon
                                • Thomas von Terni
                                  • Vinzenz von Mariana
                                    • Vitalis von Ajaccio
                                      Keywords
                                      • Illuminated Charters: Niveaus:
                                        • N1: historiated
                                        • N1: Initials
                                        • N1: Borders
                                        • N1: with Additional Colours
                                        • N1: painted
                                      • Illurk-Urkundenart:
                                        • Bischofsammelindulgenz
                                      • Glossary of illuminated charters (in German):
                                        • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                                        • Ikonographische Diversifizierung
                                        • Das Layout der Avignoner Bischofsammelablässe
                                        • Rahmentyp
                                        • Christusbüste
                                        • Vorlage
                                        • Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen
                                      x
                                      There are no annotations available for this image!
                                      The annotation you selected is not linked to a markup element!
                                      Related to:
                                      Content:
                                      Additional Description:
                                      A click on the button »Show annotation« displays all annotations on the selected charter image. Afterwards you are able to click on single annotations to display their metadata. A click on »Open Image Editor« opens the paleographical editor of the Image Tool.