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Charter: Illuminierte Urkunden 1332-09-01_Zuerich
Signature: 1332-09-01_Zuerich
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1332-09-01, Avignon
Bischofsammelindulgenz (12 Aussteller) für St. Felix und Regula [Grossmünster] in Zürich:
Die Erzbischöfe Stephan von Mamistra (Aiacensis) und Guillelmus von Bar (Antibarensis) und die Bischöfe Johannes von Terralba (Terealbensis), Philipp von Salona (Salonenis), Natusbene von Avellino (Avelanensis), Raphael von Nebbio (Nubiensis), Vinzenz von Mariana (Marianensis), Johannes von Verden (Verdensis), Bonifatius von Krbava (Corbaviensis), Johannes von Serbien (Serbiensis), Bonifatius von Sulcis (Sulcitani) und Petrus von Monte Marano (Montismarani) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die die in der Diözese Konstanz gelegene [Grossmünster-]Kirche St. Felix und St. Regula in Zürich (Thuricensis) reumütig und nach Ablegung der Beichte an bestimmten Tagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav besuchen und dort Morgen- und Abendmessen oder welchen Gottesdiensten auch immer beiwohnen, und zwar an den Festtagen aller Heiligen, denen in der Kirche ein Altar geweiht ist, am Kirchweihtag, zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Karfreitag, zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Fronleichnam, am Kreuzauffindungstag, am Kreuzerhöhungstag, an allen Marienfeiertagen, am Feiertag des Erzengels Michael, zu den Festen der Geburt und der Enthauptung Johannes' des Täufers, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel- und Evangelistenfesten, an den Feiertagen des heiligen Stephan, des heiligen Laurenz, des heiligen Vinzenz, des heiligen Blasius, des heiligen Georg, des heiligen Martin, des heiligen Nikolaus, des heiligen Gregor, des heiligen Augustinus, des heiligen Ambrosius, des heiligen Hieronymus, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Katharina, der heiligen Margarete, der heiligen Cäcilie, der heiligen Lucia, der heiligen Agathe, der heiligen Agnes, der heiligen Barbara, der 11 000 Jungfrauen, zu Allerheiligen, zu Allerseelen und an jedem Sonntag. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die den Priester beim Versehgang begleiten, die beim Abendläuten mit gebeugten Knien drei Ave-Maria beten, die für die verstorbenen Seelen am Friedhof des Klosters ein Gebet sprechen, die für den Bau, die Beleuchtung und die sonstige Ausstattung der Kirche aufkommen sowie jenen, die der Kirche entweder testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- oder Kleidungsspenden zukommen lassen.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Zürich, Staatsarchiv, C II 1 (Propstei), Nr. 262

aus Abbildung nicht erkennbar, laut Archivdatenbank sind alle zwölf Siegel erhalten, jedoch teilweise beschädigtMaterial: Pergament


  • notes extra sigillum
    • Arenga (Incipit): Pia mater ecclesia ... .
      Vermerke: Auf der Vorderseite keine sichtbar, kein Bild der Rückseite vorhanden.
Graphics: 
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  • Materielle Beschreibung: 
    Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn, ein Bildfeld links darunter am Rand, drei Initialen mit Aussparungen vor farbigem Grund in den Binnenfeldern in der ersten Zeile; das M(atris) mit Fischen. Alle gemalten Initialen mit einem eckigen Farbfeld umgeben. Im Textfeld zwei vergrösserte einzeilige farbig gefüllte Lombarden.
  • Sechs Zeilen hohe, über die erste Zeile hinausragende historisierte Initiale zu Textbeginn: in Feder gezeichnet und mit Deckfarben koloriert. Im Binnenfeld eine gekrönte thronende Maria mit Kind, vor Mustergrund. Der Buchstabenschaft links mit zwischen Farbflächen ausgesparter Blattranke, rechts mit kniendem Petenten mit Schriftband in Händen (Mater d[omin]i memento mei“) vor einfarbigem Grund. Er ist namentlich bezeichnet („Mag[iste]r Walt[e]r pl[e]b[anu]s“). Der Buchstabe ragt nach links in den Rand hinaus, wobei die innere Begrenzung des Bogens in etwa am Textspiegel ansetzt. Unterhalb der Initiale in einem Bildfeld stehend der den Ablass bestätigende Bischof mit Schriftband: „Ratificam(us) et confirmam(us)“.
  • Stil und Einordnung: 
    Dieses Stück stellt eine bemerkenswerte Ausnahme dar, weil die notwendige Bestätigung durch den Lokalbischof hier auch in die Ausstattung einbezogen wurde; noch einmal für Hohenberg (1332 Oktober 27). Homburger vermutete in diesem Fall ein hohes Mass an Vertrautheit zwischen Herstellenden und Impetrierenden, denn der Bittsteller im rechten Initialschaft ist namentlich bezeichnet (Homburger/von Steiger, Zwei Ablassbriefe in Bern, 1957, S. 153). Doch müsste eine Prüfung des Originals entscheiden, ob die Bezeichnung nicht nachträglich in Zürich erfolgte.
  • Es ist erstaunlich, dass Walter im Text nicht erwähnt ist, was man angesichts einer so prominenten Präsentation des Petenten erwarten würde. Doch zeigen die individualisierenden Daten im Text, die deutlich sichtbar in einer dunkleren Tinte eingetragen wurden, dass es sich um ein vorgeschriebenes Formular handelte, in das eine namentliche Erwähnung des Petenten nicht mehr hineinpasste. Wahrscheinlich wird Walter deshalb darauf bestanden haben, dass sein Name wenigstens neben der knienden Figur auftaucht.
  • In den frühen 1330er Jahren kann man eine ikonographische Diversifizierung bei der Illuminierung von Sammelablässen beobachten. Ein stehender Bischof (dort freilich ein Heiliger) unterhalb der Initiale tauchte im bekannten Material ein erstes Mal für Zoutleeuw (1328 Juni 7) auf, jedoch ist dort die Einbindung noch nicht so gut gelungen, weil die U-Initiale von keinem eckigen Feld umgeben ist. Dass hier auch die anderen vergrösserten Initialen der ersten Zeile mit einem rechteckigen farbigen Feld umgeben wurden, erinnert an das gleiche Vorgehen 1331 September 15 für Cembra, dort recht sinnvoll, weil aus den Initialfeldern der Akanthus herauswächst. Ähnlich sinnfrei wie in Zürich 1332 April 30 für Heiligkreuztal. Gleichzeitig ist das Layout des Ablasses für Zürich eine wichtige Vorstufe auf dem Weg zum Rahmentyp. Es lässt vermuten, dass diese Dekorationsform schon früher zur Praxis gehörte, als das die überlieferten Exemplare nahe legen.
  • In Vorlage und Feinheit der Ausführung ist der Ablass für das Münster in Zürich gut mit Dinant (1330 September 1) zu vergleichen; auch der Bittsteller ist vollständig wiedergegeben (anders als 1332 Juni 16 für Wels, wo ihm der halbe Körper fehlt). Welcher Illuminator der Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen verantwortlich war, ist vorerst nicht zu entscheiden, auffällig sind seine roten Kussmünder und die dunklen Pupillen.
  • Gabriele Bartz, Martin Roland
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Bibliography
Places
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
  • HRR
    • Type: Region
  • Schweiz
    • Type: Region
  • Zürich
    • Type: Empfängerort
Persons
  • Bonifatius von Krbava
    • Bonifatius von Sulcis
      • Guillelmus von Bar
        • Johannes von Serbien
          • Johannes von Terralba
            • Johannes von Verden
              • Natusbene von Avellino
                • Petrus von Monte Marano
                  • Philipp von Salona
                    • Raphael von Nebbio
                      • Stephan von Mamistra
                        • Vinzenz von Mariana
                          Keywords
                          • Illuminated Charters: Niveaus:
                            • N1: historiated
                            • N1: Initials
                            • N1: Borders
                            • N1: with Additional Colours
                            • N1: painted
                          • Illurk-Urkundenart:
                            • Bischofsammelindulgenz
                          • Glossary of illuminated charters (in German):
                            • Historisierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                            • Der Petent
                            • Ikonographische Diversifizierung
                            • Das Layout der Avignoner Bischofsammelablässe
                            • Rahmentyp
                            • Vorlage
                            • Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen
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