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Charter: Illuminierte Urkunden 1323-06-99_Koblenz
Signature: 1323-06-99_Koblenz
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1323-06-99, Avignon
Bischofsammelindulgenz (6 Aussteller) für den Altar des hl. Matthias, des hl. Kastor und der hl. Juliane im Dom von Trier:
Erzbischof Andreas von Bar (Antibarensis) sowie die Bischöfe Venutus von Catanzaro (Catacensis), Gregorius von Sorra (Sorrensis), Hieronymus von Caffa (Cafensis), Franziskus von Ceneda (Cenetensis) und Franziskus von Ravello (Ravellensis) erteilen all jenen einen Ablass von 40 Tagen (misericorditer in Domino relaxamus), die den Altar des heiligen Matthias, des heiligen Kastor und der heiligen Juliane im Dom von Trier (altare sanctorum Mathie apostoli, Castoris martiris et sancte Juliane virginis situm in maiori ecclesia Treverensi) reumütig und nach Ablegung der Beichte an bestimmten Festtagen und – soweit gegeben – in der jeweiligen Oktav besuchen, und zwar zu Weihnachten, zu den Festen der Beschneidung und der Erscheinung des Herrn, am Gründonnerstag, am Karfreitag, zu Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, am Dreifaltigkeitstag, zu Fronleichnam, an allen Marienfeiertagen, zu Allerheiligen, an den Feiertagen des heiligen Erzengels Michael und des heiligen Kreuzes, zu den Festen der Geburt und der Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers, am Feiertag des heiligen Matthias, am Peter- und Paulstag, zu allen Apostel- und Evangelistenfesten, an den Feiertagen des heiligen Kastor, des heiligen Laurenz, des heiligen Vinzenz sowie aller anderen heiligen Märtyrer, des heiligen Nikolaus, des heiligen Martin, des heiligen Brictius sowie aller anderen heiligen Bekenner, der heiligen Juliane, der heiligen Katharina, der heiligen Maria Magdalena, der heiligen Margarete, der 11 000 Jungfrauen sowie aller anderer heiligen Jungfrauen, am Weihetag des genannten Altars sowie an allen Sonntagen des ganzen Jahres. Weiters wird all jenen Ablass gewährt, die für den Bau, die Beleuchtung und die sonstige Ausstattung des Altars aufkommen, die demselben entweder testamentarisch oder auf anderen Wegen Gold-, Silber- oder Kleidungsspenden und andere Notwendigkeiten zukommen lassen sowie jenen, die an Messfeierlichkeiten vor diesem Altar teilnehmen und etwas dazu beitragen.
Markus Gneiss
Source Regest: FWF Projekt P 26706-G21 "Illuminierte Urkunden"
Bearbeitungsstand: HOCH
 

Original
Current repository
Koblenz, Landeshauptarchiv, Bestand 1D, Nr. 307

alle abgefallen.Material: Pergament


  • notes extra sigillum
    • Vermerke: auf der Vorderseite mittig über der Plica nicht mehr lesbar (Feuchtigkeitsschäden); kein Bild der Rückseite vorhanden.
Graphics: 
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  • Materielle Beschreibung: 
    Illuminierte Avignoner Bischofsammelindulgenz: Historisierte Initiale U(niversis) zu Textbeginn und eine weitere vergrösserte Lombarde mit linearen Aussparungen in der ersten Zeile sowie fünf vergrösserte einzeilige Initialen mit Fadenwerkfüllung im Textblock.
  • Vierzeilige historsierte tintenfarbige Initiale; im Binnenfeld der hl. Matthias und ein kniender Petent in Federzeichnung. Die Buchstabenschäfte mit Aussparungen, teils in Blütenform. Links oben geht von der Initiale eine Halbpalmette aus.
  • Stil und Einordnung: 
    Nur einen Monat nach der Indulgenz 1323 Mai 11 für Picquigny begegnet mit dem Ablass für den Dom zu Trier eine weitere historisierte Initiale. Während der Ablass für Picquigny mit der Vera Ikon beispielgebend für die Jahre ab 1325 (bisher frühestes bekanntes Beispiel 1325 Dezember 8 für Brünn) werden wird, weist der Ablass für Trier auf die Jahre ab 1329 voraus, wo neben der Christusbüste eine ikonographische Diversifizierung bei der Illuminierung von Avignoner Sammelablässen zu beobachten ist, die auf die Auftraggeberwünsche eingeht und wie auch hier die Patrozinien der begünstigten Objekte in den Fokus nimmt. Äusserst interessant ist dabei der Petent, der zwar recht klein, aber ebenfalls im Binnenfeld untergekommen ist; diese Position findet man erstmals 1337 Oktober 26 für die Kreuzkirche in Hannover. Und vollfarbig erst wesentlich später z. B. 1345 Dezember 28 für Hamm.
  • Der durchaus bescheidene Zeichner ist bisher in der Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen nicht nachweisbar; vgl. eventuell die Aussparungen bei 1316 Juni 11 für das Salvator-Kloster. Die identische Strichstärke und Tintenfarbe, die den Kontur begleitenden Linien mit Ausbogungen, des die Freiflächen rechts neben der Darstellung füllenden Ornaments und des Liliendekors bei sekundären Buchstaben macht wahrscheinlich, dass auch die Figuren zum primären Dekor gehören und nicht nachgetragen wurden. Die bescheidene Qualität der Figuren macht eine stilistische Einordnung unmöglich.
  • Offensichtlich hat man in der Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen in diesem Zeitraum mit der Gestaltung der Initiale experimentiert.
  • Gabriele Bartz, Martin Roland
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Bibliography

Comment

Arenga (Incipit): Splendor paterne glorie ... .
Markus Gneiss
Places
  • Avignon
    • Type: Ausstellungsort
  • Deutschland
    • Type: Region
  • Frankreich (Kurie)
    • Type: Region
  • Rheinland-Pfalz
    • Type: Region
  • Trier
    • Type: Empfängerort
Persons
  • Andreas von Bar
    • Franziskus von Ceneda
      • Franziskus von Ravello
        • Gregorius von Sorra
          • Hieronymus von Caffa
            • Venutus von Catanzaro
              Keywords
              • Illuminated Charters: Niveaus:
                • N1: Initials
                • N1: historiated
                • N1: drawn
              • Illurk-Urkundenart:
                • Bischofsammelindulgenz
              • Glossary of illuminated charters (in German):
                • Illuminierte Avignoner Bischofsammelindulgenz
                • Ikonographische Diversifizierung
                • Der Petent
                • Werkstatt der Avignoner Bischofsammelindulgenzen
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